Seine Erfindungen hatte fast jeder schon in der Hand

Lesedauer: 5 Min
 Rund 60 Patente und 100 Ideen hat Franz Lopic in seinem Berufsleben entwickelt. Auch im Ruhestand arbeitet der Erfinder an neue
Rund 60 Patente und 100 Ideen hat Franz Lopic in seinem Berufsleben entwickelt. Auch im Ruhestand arbeitet der Erfinder an neuen Projekten weiter. (Foto: Andreas Brücken)
Andreas Brücken

Ziemlich jeder Hobbygärtner hat sehr sicher schon einmal eine Erfindung von Franz Lopic in den Händen gehalten. So geht unter anderem die Steckkupplung für Gartenschläuche auf eine Idee des Tüftlers zurück. Lopic erinnert sich daran, wie die Erfindung Anfang der 1970er Jahre zum Verkaufsrenner der Ulmer Firma Gardena wurde: Die Kunden hätten immer mehr Weiterentwicklungen verlangt, sagt Lopic. Seine Erfahrungen als Metallgießer seien ihm dabei zugutegekommen, berichtet der 76-Jährige.

Ich habe mich immer mit Unzulänglichkeiten von Alltagsprodukten auseinandergesetzt und überlegt, wie man sie verbessern kann.

Franz Lopic, Tüftler

Fast 20 Jahre lang arbeitete der Produktentwickler aus Nersingen für Gardena. In einem dicken Buch hat der Erfinder chronologisch seine Projekte aufgelistet. Auch Fadentrimmer, Bewässerungscomputer oder Mischgeräte, die das Düngen vereinfachen sollen, gehen auf die Ideen des Nersingers zurück. Selbst der sogenannte „Aquastopp“ findet sich in Lopics Liste. Mit dieser Konstruktion wird die Wasserzufuhr von Wasch- oder Spülmaschinen gestoppt wird, falls es zu einem Bruch am Schlauch kommen sollte.

60 Patente laufen auf seinen Namen

Bis zur Jahrtausendwende war der Erfinder für den Gartengerätehersteller aus dem Ulmer Donautal tätig, 60 Patente sind auf seinen Namen angemeldet, für etwa 100 weitere Projekte die Ideen geliefert. „Ich habe mich immer mit Unzulänglichkeiten von Alltagsprodukten auseinandergesetzt und überlegt, wie man sie verbessern kann“, schildert Lopic. Mit Scheuklappen durch die Welt zu gehen und sich mit vermeintlichen Lösungen zufriedenzugeben, das sei nicht seine Art, erklärt der 76-Jährige weiter.

 Für ein neues Tiefziehverfahren bei der Blechbearbeitung hat Friedrich Klaas auf der Internationalen Erfindermesse die Goldmeda
Für ein neues Tiefziehverfahren bei der Blechbearbeitung hat Friedrich Klaas auf der Internationalen Erfindermesse die Goldmedaille gewonnen. (Foto: Eva-Marie Mihai)

Auch fast 20 Jahre nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben hat der Tüftler nicht aufgehört, Dinge nützlicher zu machen. Auf dem Papier hat Lopic ein Projekt, das Friedhofsbesuchern, die regelmäßig mit einem Beutel voller Werkzeug unterwegs sind, helfen dürfte: In einem Koffer können Haken, Schaufeln und Scheren für die Grabpflege ordentlich verstaut werden.

Auf Erfindermesse in Nürnberg ausgezeichnet

Jüngst wurde Lopic auf der Internationalen Erfindermesse in Nürnberg für zwei Projekte mit Medaillen ausgezeichnet: Um die Reinigung von medizinischen Absaugegeräten zu vereinfachen, hat der Nersinger Tüftler ein Gerät so konzipiert, dass einzelne Bauteile einfacher sterilisiert werden können. „Duo Vac“ nennt Lopic diese Erfindung. Hinter „Klik-Klak“ verbirgt sich ein Konzept, um Müll einzusparen, indem der Stiel von Wattestäbchen immer wieder verwendet werden kann. Der Wattebausch wird per Knopfdruck abgeworfen.

Mich hat meine Begabung, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen um Dinge zu verbessern, erfolgreich gemacht.

Franz Lopic, Tüftler

Ebenfalls praktisch und müllsparend sind die Kosmetikartikel aus dem Presskolben nach einer Idee des Nersingers: Cremes, Parfums oder Salben werden darin abgefüllt und mit Druck herausgepresst. Die Kartuschen können in Flacons nach Belieben ummantelt werden. „Dann müssen die teueren und schönen Gläser nicht weggeworfen werden“, erklärt der Erfinder seine Idee.

Vom Interesse der Messebesucher in Nürnberg sei er jedoch enttäuscht gewesen, sagt Lopic. Nur eine Handvoll Interessenten sei dort auf ihn aufmerksam geworden. An die neue Generation von Erfindern hat der 76-Jährige einen einfachen Tipp: „Mich hat meine Begabung, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen um Dinge zu verbessern, erfolgreich gemacht.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen