Secondhand-Laden: Diese „Katze“ hat viele Frauchen

Lesedauer: 3 Min
 Sie gehören zum Frauenteam des Neu-Ulmer Secondhand-Ladens „Katze“ von links: Hildegard Sailer, Helga Wezel, Sigrid Bader, Kari
Sie gehören zum Frauenteam des Neu-Ulmer Secondhand-Ladens „Katze“ von links: Hildegard Sailer, Helga Wezel, Sigrid Bader, Karin Geist, Mira Venohr, Mi-Young Song. (Foto: Hinzpeter)
Schwäbische Zeitung

Manche Kundin, die mit ihrem Baby oder Kleinkind in den Secondhand-Laden kommt, kannten die „Katze“-Mitarbeiterinnen schon, als die heutige junge Mutter selbst noch im Kinderwagen saß. Denn einige der Ehrenamtlichen sind von Anfang an dabei, und der liegt nun 35 Jahre zurück. Hildegard Sailer hat den Laden mit eröffnet und ist bis heute zuständig für die Koordination der Abläufe.

Sie erinnert sich noch gut an den „geheimnisvollen Wortlaut“ der Zeitungsanzeige, der damals ihr Interesse geweckt hatte: Gesucht wurden „ideell motivierte Frauen für ehrenamtliches Engagement“ von einem „frauenspezifischen Verband“.

Umzug in die Gartenstraße

Das war der Sozialdienst katholischer Frauen (SKF), Träger der katholischen Beratungsstelle für Schwangerschaftsfragen. Er richtete die „Kinderausstattungs-Zentrale Katze“ zuerst in der Neu-Ulmer Schützenstraße ein, später zog sie um in die Gartenstraße 14. Dort ist sie bis heute zu finden.

Seit eh und je ist sie bekannt für gut erhaltene sowie übersichtlich und hübsch präsentierte gebrauchte Kinder- und Babysachen von Schuhen, Jacken und Hosen bis hin zu Spielsachen oder Kindersitzen. Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen prüfen die Waren kritisch, die sie in Kommission nehmen. Potenzielle Ladenhüter werden abgelehnt.

70 Prozent des gemeinsam festgelegten Verkaufspreises bekommen die Anbieter. So hilft der Laden doppelt, das Familienbudget zu schonen. Eine junge Mutter bringt Winterkleidung, aus der die Tochter herausgewachsen ist. „Ich freue mich, wenn die Sachen, die ja noch gut sind, Anklang finden“, sagt sie.

Persönliche Kontakte entstanden

Der Laden ist offen für alle. Die Kunden kommen aus allen sozialen Schichten, teilweise seit vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten. So sind auch viele persönliche Kontakte zu den Ehrenamtlichen entstanden. Seit mehr als 30 Jahren sind Hildegard Sailer, Sigrid Bader, Hedwig Bitterolf, Elfriede Özdurak und Sabine Schmidt beim Verkauf und der Warenannahme aktiv.

Das Wissen darum, etwas Sinnvolles zu tun, sei der Grund für das ausdauernde ehrenamtliche Engagement, sagt Hedwig Bitterolf. Und nicht zuletzt der Zusammenhalt im Team. Außer den Mitarbeiterinnen der ersten Stunden gehören Helga Wezel, Mira Venohr, Mi-Young Song, Gerlinde Graner, Elvira Held und Karin Geist derzeit zum rührigen Kreis der „Katze“-Frauen.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen