Schweizer rast betrunken durch Tunnel und verletzt fünf Menschen

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Schwäbische Zeitung

Bei einem spektakulären Unfall im Lehrer-Tal-Tunnel in Ulm wurden am Samstagmorgen gegen 1.30 Uhr fünf Menschen verletzt. Die B10 war nach dem Unfall für rund drei Stunden gesperrt. Ein Richter muss jetzt entscheiden, ob der Schweizer Fahrzeuglenker lediglich eine Kaution zahlen oder in U-Haft bleiben muss. 

Der Polizei zufolge war der 27-Jährige mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit auf der B10 in Richtung Ulm unterwegs. Im Tunnel rammte er dann mit seinem Mercedes einen VW, der ordnungsgemäß auf dem rechten Fahrstreifen unterwegs war. Der VW wurde daraufhin gegen die Tunnelwand gedrückt und kam schließlich stark beschädigt auf dem linken Fahrstreifen zum Stehen. Die fünf Insassen im Alter von 29 bis 38 Jahren verletzten sich dabei leicht und wurden in Krankenhäuser gebracht.

Alle fünf Insassen des VW wurden leicht verletzt.
Alle fünf Insassen des VW wurden leicht verletzt. (Foto: Thomas Heckmann)

Schweizer wurde festgenommen

Der Mercedes des Unfallverursachers prallte am Tunnelausgang gegen die Leitschutzplanken und kam quer zur Fahrbahn zum Stehen. Der 27-Jährige blieb unverletzt. Schon an der Unfallstelle fiel der Unfallverursacher durch eine Alkoholisierung auf, daher musste er im Krankenhaus eine Blutprobe abgeben. Daraufhin wurde der 27-Jährige vorläufig festgenommen.

Der Schweizer war mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs.
Der Schweizer war mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit unterwegs. (Foto: Thomas Heckmann / sz)

Kaution oder U-Haft?

Ein Richter muss nun am Samstag entscheiden, ob der Schweizer nach Zahlung einer vermutlich vierstelligen Sicherheitsleistung für die zu erwartende Strafe freigelassen wird oder wegen eines Wohnsitzes im Ausland und möglicher Fluchtgefahr in Untersuchungshaft bleiben muss.

Durch umherfliegende Trümmer und unbeteiligte Fahrzeuge war der Polizei zufolge im Tunntel ein unübersichtliches Bild entstanden, das zu einem Großeinsatz der Rettungsdienste führte. Neben der Ulmer Feuerwehr wurden drei Notärzte und vier Rettungswagen alarmiert. 

Lederhosenträger behindern Rettungsarbeiten

Unnötige Arbeit bescherte der Polizei darüberhinaus eine Gruppe von vier Männern, denen die Wartezeit vor dem gesperrten Tunnel offenbar zu lang wurde. Zu Fuß wollten sie durch den Tunnel der Schnellstraße in Richtung Stadt laufen. Polizisten hinderten sie daran, einer der Lederhosenträger öffnete dann eine Notausgangstür in Richtung der anderen Tunnelröhre. Neben einem automatischen Alarm wurde dadurch auch automatisch eine Geschwindigkeitsbeschränkung in Richtung Norden aktiviert.

Die ungeduldigen Lederhosenträger im Tunnel.
Die ungeduldigen Lederhosenträger im Tunnel. (Foto: Thomas Heckmann / sz)

Nach einer deutlichen Ansprache durch eine Polizeibeamtin sahen sie ein, dass sie sich in Gefahr begeben würden und kehrten zu ihrem Auto zurück. Der Unfallaufnahmedienst der Verkehrspolizei sicherte im Tunnel zahlreiche Spuren, bevor Mitarbeiter der Autobahnmeisterei den halben Tunnel fegen mussten.

Bis zum Ende der Bergungsarbeiten war die Bundesstraße in Richtung Süden rund drei Stunden gesperrt. An den beiden Unfallautos entstand Totalschaden.

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