Schwörmontag geht friedlich über die Bühne - bis auf kleine Ausnahmen

Lesedauer: 17 Min
Ein feucht-fröhlicher Spaß: Das Nabada auf der Donau in Ulm am Schwörmontag 2018.
Mit der Kamera hinter den Kulissen der Einsatzzentrale der Polizei in Ulm: Rund um den Schwörmontag ist dort von Alltag keine Spur.
Schwäbische Zeitung

Die Feierlichkeiten anlässlich des Schwörmontages in Ulm sind nach Angaben des Polizeipräsidiums Ulm „überwiegend friedlich“ verlaufen. Auch das für Neu-Ulm zuständige Polizeipräsidium Schwaben Süd/West spricht von einem Schwörmontag „weitgehend störungsfrei und friedlich“.

Bei der Open-Air-Veranstaltung auf dem Münsterplatz verzeichnete die Ulmer Polizei gut 3500 Zuschauer. Das Niveau der begangen Straftaten entsprach dem der Vorjahre. So musste die Polizei im Laufe des Abends und der Nacht mehrere Male Streitigkeiten schlichten, in 14 Fällen kam es zu körperlichen Übergriffen zwischen Festbesuchern.

Weniger Verstöße gegen den Jugendschutz

In einem Fall hatten es die Beamten mit Personen zu tun, welche sich den Maßnahmen der Polizei widersetzten. Auch im Bereich des Jugendschutzes waren Polizei und das Ordnungsamt der Stadt Ulm im Trubel des Schwörmontags unterwegs. Hier war jedoch eine deutliche Tendenz zu weniger Verstößen im Vergleich zu den Vorjahren zu verzeichnen.

Das Nabada im Zeitraffer
Zehntausende Besucher haben am Montag beim Ulmer Schwörmontag das „Nabada“ bejubelt. Schwäbische.de war mit der Kamera live dabei - das ganze Spektakel im Zeitraffervideo.

Nach Angaben der bayerischen Polizei verfolgen das Nabada am Nachmittag zwischen 25 000 und 30 000 Besucher auf der bayerischen Donauseite. Die Polizeiinspektion Neu-Ulm wurde von Kräften der Bereitschaftspolizei aus Königsbrunn und Dachau, dem Polizeipräsidium Schwaben Süd/West, der Verkehrspolizeiinspektion Neu-Ulm sowie der Operativen Ergänzungsdienste Neu-Ulm unterstützt. Tätig wurden sie demnach aber nur selten. 

Nabada-Teilnehmer verletzt sich am Kopf

Gegen 15.30 Uhr stürzte ein Nabada-Teilnehmer unter der Illerbrücke, nachdem er auf einem Stein ausgerutscht war. Hierbei verletzte er sich am Kopf und musste durch den Rettungsdienst behandelt werden.

Gegen 17.15 Uhr wurden Polizeibeamte von einer Mutter informiert, dass ihr elfjähriger Sohn nach einem Streit im Bereich des Edwin-Scharff-Hauses weggelaufen sei. Durch eine sofort eingeleitete Fahndung an alle Einsatzkräfte konnte der Junge nach guten 15 Minuten von Polizeibeamten in der Nähe aufgegriffen und wieder seinen Eltern übergeben werden.

Themenboot kracht gegen eine Brücke

Ein Themenboot ist gegen Ende der Veranstaltung mit seinem Aufbau mit dem Fußgängersteg in Offenhausen kollidiert, da der Aufbau zu hoch für eine Durchfahrt war. Hierbei wurde der Aufbau zerstört. An der Brücke ist nach derzeitigem Stand kein Schaden entstanden.

Auf einem Floß von wilden Nabadern konnte kurz nach der Gänstorbrücke ein offenes Lagerfeuer festgestellt werden. Die Besatzung eines Polizeibootes kontrollierte die Nabader und wies sie an, das Feuer zu löschen. Dieser Anordnung entsprachen die Personen unverzüglich.

Mehr als zwei Promille

Ein 19-jähriger Nabader mit mehr als zwei Promille Alkohol im Blut fiel Polizeibeamten gegen 18 Uhr an einem Verkehrsposten auf. Er war lediglich mit Badehose bekleidet. Nachdem er sich gegenüber den Beamten sehr unkooperativ verhielt und aufgrund seiner Alkoholisierung orientierungslos war, wurde er durch die Beamten in Gewahrsam genommen. Er musste seinen Rausch in einer Ausnüchterungszelle ausschlafen.

Grundlos mit der Faust ins Gesicht

Um 18.30 Uhr kam es auf der Wiese vor dem Donaubad zu einer Körperverletzung. Ein 31-Jähriger hielt sich dort mit seinen Bekannten auf, als auf einmal ein bislang unbekannter Mann auf ihn zukam und ihm unvermittelt und grundlos mit der Faust ins Gesicht schlug. Danach ging der Täter zu einem PKW und fuhr weg.

Risse in der Gesellschaft: Oberbürgermeister mahnt Zusammenhalt an
Alle Jahre wieder herrscht in Ulm am vorletzten Montag im Juli Ausnahmezustand. Bevor auf selbstgebauten Booten die Donau erobert oder in der Innenstadt gefeiert wird, steht der eigentliche Grund für den Trubel an: Der Schwur des Oberbürgermeisters, der Stadt und ihren Bürgern zu dienen. Ein Brauch, der bis in das 14. Jahrhundert zurückreicht, und der auch heute wieder zahlreiche Menschen anlockte.

Die Polizei hat in diesem Fall ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Zeugen, die Hinweise zu dieser Tat geben können, werden gebeten, sich unter 0731/8013-0 mit der Polizeiinspektion Neu-Ulm in Verbindung zu setzen.

Das Sicherheitskonzept der Städte Ulm und Neu-Ulm mit den Brückensperrungen, das im vergangenen Jahr zum ersten Mal umgesetzt wurde, habe sich auch dieses Jahr aus polizeilicher Sicht wieder bewährt, heißt es in der Mitteilung der Polizei.

Hinter den Kulissen: Das Läuten der Schwörglocke
Insgesamt 13 Glocken hängen im Ulmer Münster. Aber nicht alle sind immer zu hören. Die Schwörglocke ist nur am Schwörmontag zu hören. Um kurz vor zwölf. Pünktlich zum Schwur von Oberbürgermeister Gunter Czisch. Doch wie funktioniert es, dass die Glocke genau dann schlägt, wenn der Oberbürgermeister seine Hand zum Schwur hebt? Ein Blick hinter die Kulissen.
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