Schluss mit der Bettelei: Stadt droht Bettelbanden in Ulm mit diesen Konsequenzen

Lesedauer: 2 Min
 Die Stadt Ulm warnt: Zur Adventszeit sind organisierte Bettelbanden wieder verstärkt in Ulm aktiv.
Die Stadt Ulm warnt: Zur Adventszeit sind organisierte Bettelbanden wieder verstärkt in Ulm aktiv. (Foto: Nicolas Armer)
Schwäbische Zeitung

Wer Gutes tun und gezielt spenden will, dem empfehlen Stadt und Polizei, sich an anerkannte, förderungswürdige Organisationen zu wenden. Wie man diese Organisationen erkennt, darüber informiert das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) unter 030 / 839001-0 oder auf der Website www.dzi.de

Die nahende Adventszeit ziehe wieder professionelle Bettelbanden nach Ulm. Stadt und Polizei raten zu gesunder Skepsis.

Wie in den vergangenen Jahren warnen Polizeipräsidium Ulm und Stadtverwaltung vor professionellen Bettelbanden, die derzeit wieder in den Ulmer Fußgängerzonen unterwegs seien, so die Polizei am Mittwoch.

Zur Schau gestellte Gebrechen und ein ärmliches Auftreten sollen „gezielt Mitleid“ bei Passanten erwecken. Gerade in der Adventszeit werde so an die Spendenbereitschaft appelliert. Polizei und Stadt raten jedoch zu Vorsicht und gesunder Skepsis.

Hintermänner nehmen Geld ab

Denn hinter der „Mitleidsmasche“ stecken laut Polizei meist organisierte Banden. Das von den Bettlern eingesammelte Geld werde ihnen von Hintermännern regelmäßig wieder abgenommen, die Bettler selbst bekämen dafür meist nur Essen, Trinken und einen Schlafplatz.

Das Geld lande bei den Clanchefs. Und: Je „erfolgreicher“ ein Bettler, umso geringer sei seine Chance, aus diesem Kreislauf wieder herauszukommen.

Platzverweise werden erteilt

Neben der Ulmer Polizei schreitet auch die Stadt mit dem Kommunalen Ordnungsdienst gegen die Bettelbanden ein. Sie erteilen Platzverweise, hin und wieder wird auch das erbettelte Geld beschlagnahmt – ein Vorgehen, das zuweilen bei Passanten auf Unverständnis stößt.

Rainer Türke von den Bürgerdiensten der Stadt hält entgegen: „Von diesen Spenden profitierten die Bettelnden nicht. Im Gegenteil. Man verstärkt durch solche Spenden noch deren Abhängigkeit und unterstützt ein System, das gerade die Ärmsten ausbeutet.“

Wer Gutes tun und gezielt spenden will, dem empfehlen Stadt und Polizei, sich an anerkannte, förderungswürdige Organisationen zu wenden. Wie man diese Organisationen erkennt, darüber informiert das Deutsche Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) unter 030 / 839001-0 oder auf der Website www.dzi.de

Meist gelesen in der Umgebung
Mehr zum Thema
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen