Schilder-Ignoranten landen im Stau

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Die Fahrbahn wurde am Wochenende saniert.
Die Fahrbahn wurde am Wochenende saniert. (Foto: Thomas Heckmann)
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Eine Stunde und mehr haben sie am Wochenende im Stau auf der B10 vor Ulm verbracht: Die Urlauber und sonstigen Ignoranten, die an sämtlichen Hinweis- und Umleitungsschildern vor der Brückenbaustelle auf dem Hindenburgring vorbeifuhren. Die Stadt Ulm hat sich bemüht, die notwendigen Sanierungsarbeiten an der Blaubrücke auf der B10 so stauarm und kurz wie möglich zu gestalten. So wurde ein teures, aber auch schnelles Spezialverfahren ausgewählt, um die marode Abdichtung der Brücke instandzusetzen. An den vergangenen beiden Wochenenden wurde jeweils eine Hälfte der Brücke saniert, auf der anderen Hälfte wurde der Verkehr einspurig vorbei geleitet.

Nachdem der komplette Fahrbahnaufbau im Rund-um-die-Uhr-Betrieb herausgefräst war, wurde der freigelegte Beton der Brücke sandgestrahlt und mit einem Spezialasphalt abgedeckt. Ein Giesharz wurde in den offenporigen Asphalt gegossen. Danach wurde am Sonntag der komplette Aufbau bis zur Deckschicht wiederhergestellt, damit der Berufsverkehr am Montagmorgen wieder ungehindert fahren kann.

Damit der Platz vor der kleinen Brücke unmittelbar nach der Blaubeurer-Tor-Brücke ausreicht, musste die Blaubeurer-Tor-Brücke gesperrt werden und der Verkehr durch den Blaubeurer-Tor-Ring geleitet werden. Durch das Vorfahrt-Gewähren bei der Einfahrt wurde der Durchgangsverkehr massiv ausgebremst, die Stadt Ulm hatte daher schon an der Autobahn 8 Umleitungsschilder aufgestellt, damit der Verkehr in Richtung Allgäu über das Kreuz Elchingen fährt. Auf der B10 wurde dann an der Abfahrt zur Nordtangente eine Spur weggenommen, um den Verkehr auch optisch deutlich über den Eselsberg umzuleiten. Trotzdem folgten viele Autofahrer ihren Gewohnheiten und landeten im Stau.

Die Sanierung der Brücke ist noch nicht abgeschlossen. Der Armierungsstahl der seitlichen Brückenkappen ist altersbedingt deutlich angegriffen, hier wird ein Neuaufbau notwendig werden. Geplant ist, das nächstes Jahr im Sommer außerhalb des Berufsverkehrs zu machen.

Eine Sturmböe am Samstagabend führte gegen halb sechs dazu, dass ein großes Hinweisschild umgerissen wurde und auf den Mercedes einer Frau fiel, die im Stau stand. Ein Schaden von mehreren Tausend Euro war die Folge. Trotz halbstündlicher Durchsagen im Verkehrsfunk, Ulm weiträumig zu umfahren, landeten viele Autofahrer vor der nächsten Sperrung und mussten dann über den Egginger Weg wieder stadteinwärts weiterfahren.

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