Die Lieblingsgerichte von Ulms bekanntesten Vegetarier zum Nachkochen

 Der aus Deutschland stammende Physiker und Schöpfer der Relativitätstheorie, Albert Einstein, arbeitet vor amerikanischen Wiss
Der aus Deutschland stammende Physiker und Schöpfer der Relativitätstheorie, Albert Einstein, ernährte sich vegetarisch. (Foto: dpa / International News Photos)
Schwäbische Zeitung

Auch ein Genie muss essen – und Albert Einstein (1879-1955) tat dies gerne und vor allem: mit Bedacht. Auf Fleisch verzichtete er ganz bewusst. „Es scheint mir immer, dass der Mensch nicht als Fleischfresser geboren wurde!“, schrieb er einmal.

Auch ausgefallenere Kreationen sind dabei

Glücklicherweise sind nicht nur Teile des Einstein’schen Gehirns erhalten geblieben (diese lagern in den USA), sondern auch seine Essgewohnheiten. Das neue Kochbuch „Albert Einsteins vegetarische/vegane Küche entdecken“ befasst sich detailliert mit fleischlosen Speisen, die Einstein nachweislich genoss – oder die ihm mit Sicherheit geschmeckt hätten.

Neben Klassikern wie Spargel mit Sauce Hollandaise oder schwäbischen Schupfnudeln, die bei ihm eigentlich immer auf dem Teller landen konnten, finden sich darin auch ausgefallenere Kreationen wie Selleriebowle oder Pilzragout in Königinpasteten. Warum seine Vorlieben überhaupt bekannt sind?

Gerichte vor allem aus seiner Zeit in Berlin

Während der Zeit, die Einstein in Berlin verbrachte – von 1927 bis zur Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 – hielt seine Haushälterin Herta Waldow besonders konkrete Einblicke in seine Essgewohnheiten fest. Dementsprechend basiert ein Großteil der Rezepte im nun erhältlichen Kochbuch auf dieser Phase.

Die Idee, ein Kochbuch mit Bezug zu Albert Einstein zu veröffentlichen, hatten Christine Arlt und Gabriele Mohr vom Einstein Discovery Center Ulm. Der Verein hat es sich zum Ziel gesetzt, im (noch zu bauenden) Albert Einstein Discovery-Center in Ulm den wohl berühmtesten Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts der Öffentlichkeit mit allen Facetten näher zu bringen.

Neben seinen physikalischen Theorien und deren Anwendung in modernen Technologien steht auch der Mensch Einstein im Fokus. Und was könnte menschlicher sein als die Ernährung?

Rezepte auch von seinen noch lebenden Verwandten

Die von seiner Haushälterin überlieferten Gerichte wurden hierzu von der Arbeitsgruppe „Kochbuch“ des Vereins in Form simpler, einheitlicher Rezepte festgehalten und teilweise vegan angepasst. So könne jeder Leser ganz einfach selbst in die kulinarische Welt Einsteins eintauchen. Ergänzt werden alle Rezepte durch Begleittexte, die das Gericht in den Alltag des Physikers einbetten.

 Das neue Einstein-Kochbuch ist ab sofort erhältlich.
Das neue Einstein-Kochbuch ist ab sofort erhältlich. (Foto: Uwe Pagel)

Zusätzlich zu den überlieferten Speisen aus Einsteins Zeit in Berlin findet sich auch modernere vegetarische und vegane Kost im Buch. Diese Rezepte steuerten Verwandte Einsteins bei, die in den USA leben. Gerichte wie ägyptische Moussaka oder Kürbissuppe mit Erdnüssen mögen zwar nicht auf dem Speiseplan des Wissenschaftlers gestanden haben, fügen sich aber dennoch nahtlos in das Konzept des Kochbuchs.

Das Buch ist ab sofort in der Geschäftsstelle des Vereins (Bessererstraße 13-15) und im Stadthaus Ulm erhältlich.

Ein Arzt machte ihn zum Vegetarier

Zu einer fleischlosen Diät entschloss sich Einstein zunächst auf Anraten seines Arztes, entwickelte sich mit den Jahren aber zu einem überzeugten Vegetarier. Er stellte fest: „Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung."

Illustriert wird das Buch mit Fotos des Ulmer Stadtführers Karl Höb alias „Karl Keinstein“, der in nachgestellten Alltagsszenen den Physiker mimt. Die Bilder wurden im Museum des Ulmer Stadteils Söflingen und dem Heimatmuseum Pfuhl aufgenommen, die zudem Räumlichkeiten und Kostüme zu Verfügung stellten.

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