Prozess nach Raubüberfall auf Uhrenhändler: Warum vier von fünf Angklagten freigesprochen wurden

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Eine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit
AREine Bronzestatue der römischen Göttin der Gerechtigkeit, Justitia. (Foto: Arne Dedert/dpa/Archivbild / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Im Prozess um einen Raubüberfall auf einen Uhrenhändler hat das Landgericht Memmingen vier der fünf Angeklagten überraschend freigesprochen. Das Verfahren habe „eine unerwartete Wendung“ genommen, teilte das Gericht am Donnerstag mit.

Die Anklage gegen die vier Männer stützte sich nach Gerichtsangaben auf die Angaben eines Belastungszeugen. Der habe in der Hauptverhandlung die Aussage aber verweigert, weil er fürchtete, sich selbst zu belasten.

„Seine polizeilichen Angaben konnten, hinsichtlich der vier freigesprochenen Angeklagten, durch die umfangreiche Beweisaufnahme unter keinem Gesichtspunkt gestützt oder bestätigt werden“, teilte das Gericht mit. Das Urteil ist rechtskräftig.

Verfahren gegen fünften Angeklagten wird fortgesetzt

Das Verfahren gegen den fünften Angeklagten soll am 4. November fortgesetzt werden. Der 37-Jährige war im August aus dem Gefängnis in Memmingen geflohen und kurz darauf wieder festgenommen worden.

Den Angeklagten wurde vorgeworfen, im Juli 2013 bei einem Uhrenhändler in Vöhringen (Landkreis Neu-Ulm) eingebrochen oder an der Planung der Tat beteiligt gewesen zu sein.

Kurz vor Mitternacht sollen zwei der Männer mit schwarzen Sturmhauben maskiert in das Haus des Uhrenhändlers gestürmt sein, ihn und seine Ehefrau gefesselt und mit einer Pistole bedroht haben. Aus dem Tresor erbeuteten die mutmaßlichen Täter Uhren im Gesamtwert von etwa 536.000 Euro, rund 148.000 Euro Bargeld und weitere Gegenstände.

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