Premiere: Saatgut-Markt in Dornstadt

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 Sooooo viele Tomaten: „Tomatenrondell“ von Michael Schick aus Laupheim-Bronnen.
Sooooo viele Tomaten: „Tomatenrondell“ von Michael Schick aus Laupheim-Bronnen. (Foto: Michael Schick)
Schwäbische Zeitung

Das Bündnis für eine agrogentechnikfreie Region (um) Ulm und die Gemeinde Dornstadt veranstalten in Dornstadt zum ersten Mal einen Saatgut-Markt. Die Premiere findet statt am Samstag, 11. Januar, von 10 bis 17 Uhr im Bürgersaal. Das Motto lautet: „Wer die Saat hat, hat das Sagen!“ und „Vielfalt statt Einfalt!“.

Die Veranstalter wollen laut Ankündigung einen „aktuellen Akzent“ zum Thema Artensterben setzen. Dazu findet ein Kurz-Vortrag (11 Uhr) mit der Nabu-Geschäftsführerin Sabine Brandt statt. Sie will zeigen, wie stark das Insekten- und Vogelsterben vorangeschritten ist und wie mit einheimischem Saatgut dem entgegengewirkt werden kann. Für Essen und Trinken ist gesorgt.

Rechtzeitig vor Beginn der neuen Gartensaison sind Haus-, Klein- und Blumentopfgärtner eingeladen. Einerseits kann mitgebrachtes Saatgut getauscht werden. Andererseits werden an über 35 Ständen samenfeste Gemüse, historische Tomaten, Kräuter, Heil- und Hexenpflanzen, Färbepflanzen, Duftpflanzen, Bienenweiden, Wiesen- und Wildblumenmischungen sowie über 100 Sorten Kartoffeln, aber auch Bohnenschmuck und Wolldünger angeboten; überwiegend biologisches Saatgut aus eigenem Anbau, heimische Sorten, die einfach zu kultivieren, ertragreich und sehr schmackhaft seien.

Hauptanbieter ist Klaus Lang aus Wolfegg, Saatguterhalter seit über 30 Jahren, der einer dramatischen Verdrängung der Sortenvielfalt entgegensteuern und sich aktiv für eine größere Kulturpflanzenvielfalt einsetzen will. Denn Saatgut sei über Jahrtausende ein Allgemeingut gewesen. Es wurde nicht verkauft, es wurde weitergegeben – wie andere Bestandteile von Kultur und Wissen der Menschen.

Heute würden jedoch „nur noch wenige Konzerne“ über das Angebot des Saatguts bestimmen. Damit beherrschten sie den Saatgutmarkt und kontrollierten das weltweite Nahrungsangebot. Auch die Gentechnik sei eine Sackgasse für Verbraucher und eine „Goldgrube für die Konzerne“. Regionales Saatgut sei zudem besser ans heimische Klima und die Böden angepasst.

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