Polizisten werden Opfer von Gewalt – 32-Jähriger bedroht 79-jährige Verlobte

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Mit einem abgebrochenen Flaschenhals ging ein 32-Jähriger auf seinen Kontrahenten los.
Mit einem abgebrochenen Flaschenhals ging ein 32-Jähriger auf seinen Kontrahenten los. (Foto: Archiv)
Schwäbische Zeitung

Mit einigen ausgesprochen aggressiven Menschen hatte es die Polizei in den vergangenen Tagen zu tun. Zumindest einmal war Alkohol im Spiel.

Der erste Vorfall dieser Art ereignete sich in Illertissen und der Auslöser war ein harmloser Verkehrsunfall. Nach Angaben der Polizei ereignete er sich am Freitagnachmittag in der Memminger Straße. Ein 48 Jahre alter Mann hatte gerade getankt und wollte auf die Straße einbiegen, doch dabei übersah er einen anderen Wagen, an dessen Steuer ein 32 Jahre alter Mann saß.

Die beiden Autos stießen zusammen, wobei nur jeweils Blechschäden in Höhe von etwa 500 Euro entstanden. Während die Beteiligten auf die Polizei warteten, entwickelte sich ein lautstarker Streit zwischen dem 32-Jährigen und seiner Beifahrerin, seiner Verlobten. Ihr Alter wird mit 79 Jahren angegeben.

Da ein zufälliger Zeuge der Auseinandersetzung befürchtete, der Jüngere könne die ältere Dame körperlich angehen, schritt er ein und versuchte das Paar zu trennen. Doch das passte dem 32-Jährigen nicht.

Nach Darstellung der Polizei holte er eine Glasflasche aus dem Kofferraum und zerschlug sie. Mit dem abgebrochenen Hals bedrohte er nun den Streitschlichter, der zu diesem Zeitpunkt nur etwa einen Meter von ihm entfernt stand.

Schließlich warf der den Flaschenhals in eine angrenzende Wiese. Kurz darauf traf eine Streife der Polizeiinspektion Illertissen ein, etwas später stießen noch zwei weitere nachalarmierte Besatzungen aus Weißenhorn und Neu-Ulm dazu.

Trotz der vielen Polizisten verhielt sich der 32-Jährige weiterhin sehr aggressiv und konnte erst nach einiger Zeit beruhigt werden. Bis auf den Beschuldigten, der sich beim Zerschlagen der Flasche an der Hand geschnitten hatte, wurde niemand verletzt. Er hat nun eine Strafanzeige wegen Bedrohung am Hals.

Frau randaliert in einer Bar an der Olgastraße in Ulm

Strafrechtlich schwerer wiegen dürfte der Ausraster einer betrunkenen Frau in Ulm: Sie kratzte einen Polizisten blutig und war ausgesprochen schwer zu bändigen. In der Nacht von Sonntag auf Montag randalierte die 48 Jahre alte Frau in einer Bar an der Olgastraße.

Sie leerte einem Gast scheinbar grundlos ein Glas Bier über den Kopf. Als sie daraufhin das Lokal verlassen musste, schrie sie herum und warf mit einer Glasflasche. Die Wirtin alarmierte die Polizei.

Als die Ordnungshüter eintrafen, wurden sie „aufs Übelste“ beschimpft, wie es im Polizeibericht heißt. Der aggressiven Frau legten sie erst mal Handschellen an. Sie wurde in den Streifenwagen gesetzt, doch dort gelang es ihr, eine Hand aus den Fesseln zu befreien.

Sofort griff sie einen der Beamten an und krallte sich in dessen Kopfhaut. Dabei trug der Mann blutige Kratzer davon. Die Frau versuchte, nach ihm zu treten, und beschimpfte ihn. Nur mit „erheblichem Kraftaufwand“, wie es heißt, sei es gelungen, die Frau in die Ausnüchterungszelle zu stecken. Dort blieb sie über Nacht.

Warum sie so ausgerastet war, ließ sich bisher nicht klären, denn die 48-Jährige verweigerte gegenüber der Polizei jegliche Kooperation. Nun muss sie sich wegen Körperverletzung und Widerstands verantworten.

Betrunkene Frau am Steuer wehrt sich gegen Blutentnahme

Ebenfalls in der Arrestzelle landete eine 27 Jahre alte renitente Autofahrerin. Warum sie sich aggressiv verhielt, steht bei ihr allerdings fest: Sie hatte zu viel getrunken – und sieht sich nun diversen Ermittlungen gegenüber.

Sie war mit ihrem Wagen am frühen Samstagmorgen auf der B10 in Richtung Amstetten unterwegs. Weil sie zuviel Alkohol im Blut hatte, kam sie von der Straße ab. Als eine Polizeistreife den Unfall aufnahm, wehte den Beamten eine „Fahne“ entgegen.

Doch zur Blutentnahme wollte die Frau nicht mitgehen. Sie beleidigte die Polizisten und wehrte sich nach Kräften. Als sie sich nicht beruhigen ließ, ordnete ein Richter an, die Frau bis zum Nachmittag in Gewahrsam zu nehmen.

Weil sich bei ihr im Auto auch noch Drogen befanden, wird gegen sie nun wegen Straßenverkehrsgefährdung, Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte, Beleidigung und einem Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz ermittelt.

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