Polizei lässt Kokaindeal für 44.000 Euro platzen

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Person hält mit Handschuh Kokain in der Hand
Die Polizei lässt einen Deal mit Kokain für 44 000 Euro platzen. (Foto: Christian Charisius/dpa)
Michael Peter Bluhm

Vier mutmaßliche Kokain-Händler aus Ulm, Neu-Ulm und dem Alb-Donau-Kreis stehen vor Gericht. Sie wollten in diesem Jahr das Geschäft ihres Lebens machen, fielen dabei aber auf verdeckte Ermittler der Ulmer Kriminalpolizei und des Landeskriminalamtes herein. Innerhalb weniger Wochen kauften sie immer größere Mengen des Rauschgifts.

Doch im Juni war Schluss mit lustig und die Polizei schlug bei einem weiteren Drogengeschäft auf dem Autobahnparkplatz in Seligweiler zu. Seitdem schmoren die vier mutmaßlichen Täter in der Untersuchungshaft. Beim Prozessauftakt am Montag wurden die Männer im Alter von 23, 26 und 28 Jahren an Händen und Füßen gefesselt in den Schwurgerichtssaal geführt und mussten sich die ellenlange Anklageschrift des Oberstaatsanwalts anhören.

Nur einer der vier Angeklagten nahm zu den Vorwürfen Stellung und bestätigte sie in allen ihm vorgeworfenen Fällen. Die drei anderen Komplizen nahmen gestern von ihrem Aussageverweigerungsrecht zumindest vorläufig Gebrauch.

Verdeckte Ermittler klären auf

Wenn es stimmt, was der Anklagevertreter behauptet, dann haben die verdeckten Ermittler bei ihrer Aufklärung über mehrere Wochen ganze Arbeit geleistet und die Angeklagten wie Dilettanten aussehen lassen. Männer, die sich den Traum vom großen Geld erfüllen wollten, der bald platzen sollte.

Klein fingen sie an und gerieten auf der Suche nach Kokain stets an die Falschen. Derzeit wird auch der deutsche Markt mit dieser Droge geradezu überschwemmt, sodass die Polizei im Raum Ulm alle Hände zu tun hat, um die Täter zu fassen. In diesem Fall ist es wohl alles rundum gelungen.

Zunächst nahmen die Drogen-Dealer bei einem vermeintlichen Abnehmer in Ulm und Neu-Ulm noch kostenlose Probepäckchen Kokain. Beim ersten Verkauf ging es um 800 Gramm feinste Droge. Das steigerte sich im Verlauf der häufigen Treffen bis zu 44.000 Euro für den einzelnen Deal. Erst bei diesem Betrag zogen die Ulmer Polizei und das Landeskriminalamt Stuttgart in gemeinsamer Absprache die Reißleine und überraschten die mutmaßlichen Drogendealer mit den Festnahmen.

Waffen beschlagnahmt

Bei einer Hausdurchsuchung der Wohnungen der Angeklagten wurden die Ermittler auch fündig und beschlagnahmten das Waffenarsenal der Beschuldigten. So wurden Messer, Schlagringe und ein Teleskopschlagstock gefunden, die teilweise unter dem Bett lagen. Sie wurden laut Anklagebehörde bei den Deals mitgenommen und waren geeignet, Menschen zu verletzen oder gar zu töten.

Rechtlich wertet die Staatsanwaltschaft bei zwei der vier Angeklagten das als bewaffnetes unerlaubtes Handeltreiben mit Betäubungsmitteln in „nicht geringer Menge“. Bei den anderen beiden gilt der Vorwurf des unerlaubten Handeltreibens.

Die vier Angeklagten werden von insgesamt sechs Rechtsanwälten aus Ulm, Düsseldorf und Stuttgart verteidigt. Sechs Tage sind für den Prozess mit acht Zeugen von der Kammer eingeplant.

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