Nimmt Projekt endlich Fahrt auf? Bayern bei Regio-S-Bahn dabei

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 Ulms OB Gunter Czisch (vorne von links), Verkehrsministerin Ilse Aigner und Landrat Thorsten Freudenberger unterzeichnen die K
Ulms OB Gunter Czisch (vorne von links), Verkehrsministerin Ilse Aigner und Landrat Thorsten Freudenberger unterzeichnen die Kooperationsvereinbarung. Dahinter stehen (v.l.) Oliver Dümmler (Verein Regio-Bahn), Manfred Schilder (OB Memmingen), Neu-Ulms OB Gerold Noerenberg, die Neu-Ulmer Landtagsabgeordnete Beate Merk, der Memminger Landtagsabgeordnete Klaus Holetschek und der Unterallgäuer Landrat Hans-Joachim Weirather. (Foto: Horst Hörger)
Michael Ruddigkeit

Um das Projekt Regio-S-Bahn voranzubringen, haben 2015 die Städte Ulm, Neu-Ulm und Memmingen sowie die Landkreise Neu-Ulm, Biberach, Günzburg, Heidenheim und Unterallgäu sowie der Alb-Donau-Kreis einen eigenen Verein gegründet. Dem gehören inzwischen 91 Gemeinden, Landkreise und Verbände an.

Der Ausbau des Schienennetzes in der Region soll zügig vorangetrieben werden. Ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Regio-S-Bahn wurde am Freitag getan. Die bayerische Verkehrsministerin Ilse Aigner (CSU) unterzeichnete im Landratsamt Neu-Ulm eine Kooperationsvereinbarung mit dem Verein Regio-S-Bahn Donau-Iller. Damit ist bei dem Millionen-Projekt auch der Freistaat offiziell mit im Boot. Mit dem Land Baden-Württemberg wurde eine solche Vereinbarung bereits voriges Jahr abgeschlossen.

„Es ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt“, sagte Aigner vor Politikern aus der Region. „Ich bin kein so großer Freund von Koalitionen, aber in diesem Fall schon.“ Der länderübergreifende Ansatz des Vorhabens werde mit Sicherheit ein Pluspunkt sein, um die nötige finanzielle Unterstützung beim Bundesverkehrsministerium zu bekommen. Die Region Donau-Iller könne in den nächsten zehn, 20 Jahren zu einer der interessanten Bahnausbau-Regionen überhaupt werden.

Kooperation für S-Bahn ähnlichen Nahverkehr
Die Vereinbarung ergänzt eine für den baden-württembergischen Teil der Region bereits Ende letzten Jahres unterzeichnete Kooperation.

Der Ausbau muss aus Sicht der Ministerin bei der Illertalbahn zwischen Ulm und Memmingen beginnen. Diese gehört zu den meistbefahrenen eingleisigen Bahnstrecken Deutschlands, vor allem im Bereich zwischen Neu-Ulm und Senden – dort werden im Schnitt etwa 7500 Fahrgäste pro Tag befördert. „Wir streben hier Kapazitätsausbau und Elektrifizierung synchron an, um die Einschränkungen für Fahrgäste und Anwohner so gering wie möglich zu halten“, erklärte Aigner.

Die Strecke ist Teil der bayerischen Elektromobilitätsstrategie und wurde beim Bundesverkehrsminister für das Sonderprogramm des Bundes vorgemerkt. Derzeit ermittelt die bayerische Eisenbahngesellschaft im Rahmen einer Studie, welche Infrastrukturmaßnahmen für die Angebotsverbesserungen notwendig sind, und will sie bis nächstes Jahr auf Wirtschaftlichkeit hin untersuchen. „Auf Basis dessen werden wir dann gemeinsam mit Baden-Württemberg und in engem Schulterschluss mit der Region die weiteren Schritte einleiten“, sagte Aigner.

Noch keinen Zeitplan

Bis die Illertalbahn, die in den vergangenen Jahren massive Zuwächse bei den Fahrgastzahlen verzeichnet hat, tatsächlich ausgebaut wird, wird also noch einige Zeit vergehen. Einen festen Zeitplan gibt es noch nicht. Für die Vertreter der am S-Bahn-Projekt beteiligten Städte und Landkreise ist es aber wichtig, dass sie nun einen weiteren starken Partner an ihrer Seite haben. Das soll auch dazu führen, dass mehr Tempo in die Sache kommt. „Die Klammer zwischen den Ländern ist wichtig“, sagte Ulms Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU). Mit der Vereinbarung sei deshalb ein Meilenstein erreicht worden.

Der Neu-Ulmer Landrat Thorsten Freudenberger (CSU) nannte sie „eine entscheidende Wegmarke“. Es sei gut, „dass wir jetzt ein klares Bekenntnis haben“, sagte Neu-Ulms Oberbürgermeister Gerold Noerenberg. Er mahnte aber: „Wichtig ist, dass der Umbau des Sendener Bahnhofs zügig durchgeführt wird.“ Das sieht auch Ilse Aigner so. Den Allgäuern sagte sie außerdem zu: „Wir wollen die Memminger Halte.“

Um das Projekt Regio-S-Bahn voranzubringen, haben 2015 die Städte Ulm, Neu-Ulm und Memmingen sowie die Landkreise Neu-Ulm, Biberach, Günzburg, Heidenheim und Unterallgäu sowie der Alb-Donau-Kreis einen eigenen Verein gegründet. Dem gehören inzwischen 91 Gemeinden, Landkreise und Verbände an.

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