Neuer „Zukunftsatlas“ vorgelegt: Mit diesen Standortvorteilen überzeugt Ulm

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 Laut dem „Zukunftsatlas 2019“ gehört die Münsterstadt zu den 20 Regionen mit den besten Chancen im Bereich Wirtschaft und Arbei
Laut dem „Zukunftsatlas 2019“ gehört die Münsterstadt zu den 20 Regionen mit den besten Chancen im Bereich Wirtschaft und Arbeit. (Foto: Stefan Puchner/dpa)
Ariane Attrodt

Wenn es um die Zukunft geht, braucht sich die Stadt Ulm keine Sorgen zu machen – das zumindest geht aus der neuen Analyse des Prognos-Instituts hervor. In dessen „Zukunftsatlas 2019“, der am Freitag veröffentlicht wurde, gehört die Münsterstadt zu den 20 Regionen mit den besten Chancen im Bereich Wirtschaft und Arbeit.

Das Ranking ermittelt alle drei Jahre die Zukunftschancen und -risiken aller 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland. Insgesamt liegt Ulm – ebenso wie bei der vergangenen Studie aus dem Jahr 2016 – auf Platz 17.

Der Kreis Neu-Ulm muss herbe Verluste hinnehmen

Während die Münsterstadt mit dem Ergebnis äußerst zufrieden sein dürfte, muss der Landkreis Neu-Ulm beim diesjährigen Zukunftsatlas herbe Verluste in Kauf nehmen: Platz 125 statt 84. Damit liegt der hiesige Landkreis noch knapp vor dem Landkreis Günzburg (Platz 127) und deutlich vor dem Alb-Donau-Kreis (Platz 147).

Überholt wurde Neu-Ulm im Vergleich zum vergangenen Ranking dagegen vom Kreis Augsburg (Platz 116) und vom Landkreis Unterallgäu, der einen ordentlichen Sprung von Platz 115 auf nun Platz 75 gemacht hat.

Der Stadt Ulm bescheinigt die Studie „sehr hohe Zukunftschancen“, dem Landkreis Neu-Ulm immerhin noch „leichte Zukunftschancen“.

Orientierung im Standortwettbewerb

Der Zukunftsatlas soll Orientierung im Standortwettbewerb geben. Er zeigt, wie sich eine Region gegenüber anderen positioniert und welche Standortfaktoren wie ausgeprägt sind. Messgrößen für die „Zukunftsfähigkeit“ einer Kommune sind eine ganze Reihe von Faktoren, darunter Bevölkerungsentwicklung, Kaufkraft, Kriminalitätsrate, Arbeitslosigkeit und Unternehmensgründungen.

Zudem wird einerseits der Ist-Zustand der Kommune, zum anderen auch die bisherige Entwicklung der Kommune berücksichtig. Süddeutschland bietet seinen Bewohnern generell bessere Zukunftsaussichten als andere Regionen Deutschlands, wie aus dem Ranking hervorgeht.

In diesen Kategorien geht es abwärts

Abwärts ging es für den Landkreis Neu-Ulm im Vergleich zur Studie aus dem Jahr 2016 vor allem in den Kategorien „Arbeitsmarkt“ (von Rang 172 auf Rang 298), sowie „Wettbewerb und Innovation“ (von Rang 87 auf Rang 134). Auch beim „Stärkerang“ rutscht der Kreis ab: Von Platz 90 auf Platz 156.

Für die Stadt Ulm sind die Veränderungen zum Zukunftsatlas 2016 geringer: Die Münsterstadt klettert in der Kategorie „Wettbewerb und Innovation“ von Rang 42 auf Rang 34 und bei der „Demografie“ von Platz 29 auf Rang 19. Kleine Verschlechterungen muss Ulm in der Kategorie „Arbeitsmarkt“ hinnehmen – die Stadt rutscht von Platz zehn auf Platz 18.

Positive Entwicklung beim Wohlstand und soziale Lage

Eine positive Entwicklung für Ulm als auch für den Landkreis Neu-Ulm gibt es beim Punkt „Wohlstand und soziale Lage“: Ulm verbessert sich hier von Platz 145 auf Platz 124, der Kreis Neu-Ulm von Rang 68 auf Rang 34.

Zum ersten Mal wird der Zukunftsatlas in diesem Jahr um den Immobilienatlas ergänzt. Dieser liefert eine spezifische Auswertung der 401 regionalen Wohnungsmärkte. Gemessen und in einer Rangliste gebracht wird das durch die sogenannte Wohnungsbaulücke.

Ulm hat angespannten Wohnungsmarkt

Diese wird aus dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt ermittelt und im Immobilienatlas ins Verhältnis zum tatsächlichen Wohnungsbestand gestellt. Daraus ergeben sich regional unterschiedliche Ausprägungen der Differenz von Angebot und Nachfrage, die in verschiedene Klassen eingeteilt wurden.

Die Stadt Ulm hat dem zufolge einen angespannten Wohnungsmarkt mit einer stark überdurchschnittlichen Wohnungsbaulücke – angespannter kann die Lage laut der Kriterien nicht mehr sein. Für den Landkreis Neu-Ulm hat das Prognos-Institut dagegen einen entspannten Wohnungsmarkt ohne Wohnungsbaulücke ermittelt, das heißt Angebot und Nachfrage halten sich über den gesamten Landkreis hinweg gesehen so ziemlich die Waage.

401 Landkreise und Städte im Zukunftsatlas

Studie Prognos erstellt alle drei Jahre den „Zukunftsatlas“. Das Institut wurde 1959 in der Schweiz gegründet und sieht sich als Berater für Entscheidungsträger aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Spitze Die Rangliste wurde für 401 Landkreise und kreisfreie Städte in Deutschland erstellt. Die größten Zukunftschancen bescheinigt das Institut dem Kreis München, gefolgt von der Stadt München und Ingolstadt.

Schlusslichter Düster sieht es dagegen für die Landkreise Stendal in Sachsen-Anhalt, Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern und Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt aus.

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