Neue Höhenbeschränkung an Gänstorbrücke schon beschädigt – Stadt erhöht Strafen

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Die beschädigte Höhenberenzung
Dieses Foto vom Dienstagnachmittag zeigt: Auch die neue, deutlich massivere Schranke hält Lastwagenfahrer nicht davon ab, die marode Gänstorbrücke verbotswidrig zu überqueren. (Foto: Alexander Kaya)
Schwäbische Zeitung

Das Dilemma um die Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm geht weiter: Auch die am Dienstag neu installierte massivere Höhenbegrenzung hält Lkw-Fahrer nicht davon ab, die marode Brücke zu überqueren.

Die Stadt will nun in Absprache mit der Polizei mit intensiveren Kontrollen durchgreifen. Erwischten Fahrern droht dann nicht mehr nur eine Geldbuße von 90, sondern von 500 Euro sowie ein zweimonatiges Fahrverbot. Außerdem könnten auf den Verursacher weitere Kosten zukommen, die die Stadt zivilrechtlich geltend machen werde, heißt es in einer Mitteilung.

Wie berichtet, war die Höhenbeschränkung der Gänstorbrücke bereits in der ersten Nacht nach ihrer Montage am Montag so stark beschädigt worden, dass sie gegen eine massivere Konstruktion ausgetauscht werden musste.

Doch auch die durch einen Stahlbalken und mit scharfen Abweisern verstärkte Höhenschranke hält die Fahrzeugführer zu hoher und damit in der Regel auch zu schwerer Fahrzeuge nicht davon ab, über die Gänstorbrücke zu fahren.

Masten neben der Straße infolge eines Anpralls verdreht

Am Mittwochmorgen waren die Peitschenmasten der Höhenbegrenzungen auf beiden Seiten der Donau gegen den Widerstand der Klemmschrauben um 45 Grad in Fahrtrichtung – offensichtlich infolge eines heftigen Anpralls – verdreht und mussten repariert werden. Anwohner berichten zum Teil von „Anschlaggeräuschen“ im gefühlten Zehn-Minuten-Takt.

Die Stadtverwaltungen von Ulm und Neu-Ulm bitten daher jetzt zum wiederholten Mal, die für die Gänstorbrücke angeordneten Beschränkungen im Interesse aller Ulmer und Neu-Ulmer Verkehrsteilnehmer zu respektieren.

Polizeiauto hinter einem LKW
Die Polizei stoppt einen Lkw-Fahrer, der trotz Verbot die marode Gänstorbrücke überquerte. (Foto: Kroha)

Die Beschränkungen haben den Sinn, die Brücke als wichtige Verbindung zwischen den beiden Donaustädten zumindest für den PKW-Verkehr noch bis zum Neubau zu erhalten.

Brücke ist für heutige Verkehrslasten nicht geplant gewesen

Die Gänstorbrücke stammt aus dem Jahr 1950 und sei nicht für heutige Verkehrslasten geplant gewesen. Daneben liegen massive Korrosionsschäden vor, die durch seinerzeitige Baufehler verursacht worden sind und nicht mehr rückgängig gemacht werden können.

Die mit der Bauwerksuntersuchung beauftragten Ingenieurbüros einschließlich eines Prüfstatikers haben ihre Zustimmung zum weiteren Betrieb der Brücke nur unter der Bedingung, dass ein Monitoringsystem installiert wird, gegeben.

Die in den vergangenen Monaten erfolgten Überfahrten durch Schwerverkehrsfahrzeuge haben zu einer weiteren Verschlechterung des Bauwerkszustandes geführt. Der verbaute Spannstahl beginnt sich unter Belastung plastisch, das heißt ohne elastische Rückbildung, zu verformen und kann damit in der Folge immer weniger Spannung aufnehmen.

Wenn Spannstähle reißen, muss voll gesperrt werden

Wenn Spannstähle unter übermäßiger Belastung reißen – was die Sensoren der Monitoringanlage melden würden –, kann es sein, dass die Brücke sofort voll gesperrt werden muss.

Aus Sicht beider Stadtverwaltungen gibt es keine Alternative zu den jetzigen Gewichts- und Höhenbeschränkungen, um wenigstens dem PKW-Verkehr sowie vor allem Rettungsdiensten und dem ÖPNV die weitere Überfahrbarkeit für die kommenden Jahre zu gewährleisten.

Das sieht auch die Polizei auf beiden Seiten der Donau so und hat daher für die nächsten Wochen intensive und gezielte Kontrollen angekündigt. Erwischten Lkw-Fahrern droht nun ein Bußgeld von 500 Euro sowie ein zweimonatiges Fahrverbot. Sollte außerdem die Monitoringanlage – wie schon geschehen – wieder auslösen, kommen auf den Verursacher weitere Kosten zu, die die Stadt zivilrechtlich geltend machen wird.

 Die erst am Montag errichtete Höhenbegrenzung musste schon am Dienstag ausgetauscht werden.
Die erst am Montag errichtete Höhenbegrenzung musste schon am Dienstag ausgetauscht werden. (Foto: Stadt Ulm)
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