Neu-Ulms alte Fachhochschule wird neu belebt – das sind die Pläne

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 In das derzeit leer stehende Gebäude im Vorfeld in Neu-Ulm ziehen eine Kindertagesstätte, die Stadtbücherei und die Geschichtsb
In das derzeit leer stehende Gebäude im Vorfeld in Neu-Ulm ziehen eine Kindertagesstätte, die Stadtbücherei und die Geschichtsbibliothek ein. (Foto: Alexander Kaya)
Michael Ruddigkeit

Vor elf Jahren zog die Hochschule Neu-Ulm vom Vorfeld ins Wiley – seitdem stehen die Räume in der Steubenstraße weitgehend leer. Doch an vielen Stellen sieht es in der alten FH so aus, als seien die Studenten und Dozenten gerade erst ausgezogen. Im großen Hörsaal könnte jederzeit eine Vorlesung beginnen, alle Stühle sind noch drin, Böden und Wände sauber, die Tafel ist frisch gewischt. Vor den Büros hängen noch die Schilder mit den Namen der Professoren. Die Zimmer und Flure sind verwaist – aber nicht mehr lange.

Die Stadt Neu-Ulm, der das alte FH-Gebäude gehört, will gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen und die Räume mit neuem Leben erfüllen. Im Erdgeschoss des nördlichen Trakts sollen drei Gruppen der benachbarten Kita Schatzinsel untergebracht werden. Hier besteht der größte Handlungsbedarf, deshalb will die Verwaltung bis spätestens Oktober oder November die Voraussetzungen für den Einzug schaffen. Dafür müssen die Fachleute gar nicht so viel machen. Der Linoleumboden ist für einen Kindergarten ideal. Die Räume befinden sich laut Kämmerer Berthold Stier in einem sehr guten Zustand: „Da muss man im Grunde nur Möbel reinstellen.“

 In das derzeit leer stehende Gebäude im Vorfeld in Neu-Ulm ziehen eine Kindertagesstätte, die Stadtbücherei und die Geschichtsb
In das derzeit leer stehende Gebäude im Vorfeld in Neu-Ulm ziehen eine Kindertagesstätte, die Stadtbücherei und die Geschichtsbibliothek ein. (Foto: Alexander Kaya)

Insgesamt müssen für die neue Nutzung noch die Toiletten kindgerecht umgebaut und eine Küche eingebaut werden, dazu kommen noch kleinere Maler- und Umbauarbeiten. Stier hat insgesamt etwa 200.000 bis 250.000 Euro dafür eingeplant. Durch den Einzug der Kinder in die alte Fachhochschule werden die Container überflüssig, die die Stadt wegen der Raumnot aufstellen wollte. Die bereits bestellten Möbel kommen jetzt ins FH-Gebäude. Die Außenspielanlagen der Kindertagesstätte sollen wie geplant erweitert und modernisiert werden. Los geht’s Anfang 2020.

Weiterer Nutzer an der Steubenstraße wird übergangsweise die Stadtbücherei. Die wird dort einziehen, wenn das LEW-Areal neu bebaut wird. Bis dahin ist allerdings noch etwas Zeit: Das alte Gebäude am Heiner-Metzger-Platz wird frühestens Ende nächsten Jahres abgerissen. Die Räume für die Stadtbücherei sollen im Frühjahr hergerichtet werden. Dafür ist der östliche Trakt der alten FH vorgesehen, in dem früher unter anderem die Mensa war. Der Eingang der Bibliothek wird zur Steubenstraße hin sein, wo sich bislang ein Vorbau mit Garagentoren und Fahrradabstellplätze befinden.

Wir freuen uns, dass wir dort unterkommen können und nicht in Containern

Christa Wanke (FDP)

Ebenfalls im Erdgeschoss, aber im südlichen Teil des Grundstücks, ist noch genug Platz für die Geschichtsbibliothek. Der Bestand umfasst etwa 100.000 Bände, die momentan an verschiedenen Stellen lagern, teils noch in Kisten und Schachteln verpackt. Ein Teil der Bücher liegt bereits auf Paletten gestapelt in der alten FH. Das Obergeschoss eignet sich aus statischen Gründen nicht für die Nutzung als Bücherei. Langfristig will die Stadt einen neuen Standort für die Geschichtsbibliothek finden. Außerdem soll sie katalogisiert und auf den neuesten Stand gebracht werden.

„Wir freuen uns, dass wir dort unterkommen können und nicht in Containern“, sagte Christa Wanke (FDP) über die Lösung für die Schatzinsel. „Insgesamt wird das eine sehr gute Sache.“ Ähnlich schätzte das Kämmerer Berthold Stier ein: „Das wird eine der schönsten Kindertagesstätten.“

Stadt will Räumlichkeiten für die Verwaltung nutzen

Ursprünglich hatte die Stadt geplant, im Falle der Kreisfreiheit die alte FH hauptsächlich zu nutzen, um zusätzliches Personal unterzubringen. Das hat sich erledigt, nachdem das Innenministerium den Nuxit versenkt hat. Zusätzliche Räume braucht die Verwaltung aber auch so – weil die Stadt weiter wächst und das Rathaus zu eng geworden ist.

Im Obergeschoss könnten etwa 30 Büroarbeitsplätze eingerichtet werden. Welche städtischen Mitarbeiter dorthin umziehen sollen, ist aber noch unklar. „Gibt’s da schon eine Idee?“, fragte Bernhard Maier (CSU). Oberbürgermeister Gerold Noerenberg sagte dazu nur: „Es gibt viele Gedankenspiele.“

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