„Nähwerkstatt ist eine Art Wohnzimmer-Ersatz“

Blick in die Nähwerkstatt.
Blick in die Nähwerkstatt. (Foto: Caritas)
Regionalreporter Ulm/Alb-Donau

In der Ulmer Nähwerkstatt der Caritas kreieren geflüchtete Frauen – die meisten aus Syrien und dem Irak – Kleidungsstücke oder andere Textilien für Familien und Kinder in der Region, die selbst bedürftig sind. Über das Geld der SZ-Spendenaktion „Helfen bringt Freude“ ist man dort gottfroh. SZ-Redakteur Johannes Rauneker im Gespräch mit der Leiterin der Nähwerkstatt Regina Konz.

Frau Konz, die Nähwerkstatt ist wieder mit dabei bei der SZ-Spendenaktion. Was treibt Sie derzeit um?

Es wird feste genäht bei uns, vor allem im Sommer herrschte viel Betrieb. Wegen Corona ist dieser gerade aber etwas eingeschränkt.

Für wen nähen die geflüchteten Frauen – und vor allem: Was genau wird genäht?

Alles Mögliche, das ändert sich. Anti-Corona-Masken zum Beispiel nähen wir nicht mehr, das haben wir gemacht, bis die Verpflichtung von medizinischen Masken kam. Im Moment nähen wir Taschen, aber auch Decken für Babys. Die gehen dann an Familien, die nicht so viel Geld haben. Wir arbeiten mit verschiedenen Ulmer Vereinen zusammen, zum Beispiel mit dem „Förderkreis für werdende Mütter und Familien in Not“.

Wofür brauchen Sie die Geldspenden?

Immer mal wieder geht eine Nähmaschine kaputt, aber auch für Stoffe brauchen wir Geld. Bei hochwertigen Dingen, wie zum Beispiel die genähten Decken für die Neugeborenen, kaufen wir hochwertige Stoffe ein. Ansonsten nähen wir aber auch mit Stoffen, die wir als Spenden bekommen haben.

Warum kommen die geflüchteten Frauen überhaupt in die Nähwerkstatt?

Es geht um Anschluss, aber auch um Austausch in einem geschützten Raum. Jetzt in der Corona-Zeit ist unsere Nähwerkstatt für viele der Frauen eine Art Wohnzimmer-Ersatz.

Sind die Männer der geflüchteten Frauen auch eingebunden?

Beim Nähen selber nicht. Aber sie helfen, wenn wir mit den Nähmaschinen umziehen zum Beispiel. Das ist bei uns regelmäßig der Fall, weil wir zwischen zwei Örtlichkeiten pendeln mit unserer Nähwerkstatt. Außerdem hat einer der Ehemänner der Frauen die ehrenamtliche Wartung der Nähmaschinen übernommen.

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