Nach mutmaßlich rassistischem Angriff äußert sich jetzt Ulms Oberbürgermeister

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Schwäbische Zeitung

Nach dem mutmaßlich rassistischen Angriff auf einen 51-jährigen Deutschen mit nigerianischen Wurzeln beim Bürgerhaus Mitte in Ulm hat Oberbürgermeister Gunter Czisch (CDU) auf den Offenen Brief des Opfers sowie Freunden und Nachbarn des Bürgerhauses aus dem Urlaub heraus reagiert.

Ein Mann von hinten vor dem Tatort
Das Schussopfer am Tatort vor dem Gemeindehaus Mitte. (Foto: Ralph Manhalter)

Czisch dankt in einem Antwortschreiben an die Verfasser des Offenen Briefes für deren „vorbildliches Verhalten“: „Sie haben deutlich gemacht, wofür die Mehrheit der Ulmerinnen und Ulmer steht: Für ein friedliches Zusammenleben und einen respektvollen Umgang miteinander – selbst in der Austragung von Konflikten“, schreibt der Oberbürgermeister.

Kein Platz für Hass und Rassismus in Ulm

Auch im Namen der Fraktionen des Ulmer Gemeinderats wolle er versichern, dass es für Hass und Rassismus keinen Platz in Ulm gebe. Lothar Heusohn, Leiter der für das Bürgerhaus Mitte zuständige Bürgerunion Zebra, habe er nach eigenen Angaben für Freitag zu einem Gespräch ins Rathaus eingeladen, bei dem neben Ulms Ersten Bürgermeister Martin Bendel, dem Ordnungsamt und den Bürgerdiensten auch die Polizei anwesend sein werden. Dies hatte Heusohn nach dem Vorfall in dem Offenen Brief gefordert.

Es sei Sache der Polizei, den Tathergang zu rekonstruieren und den Täter festzunehmen; es sei Sache der Justiz, ihn zu verurteilen, schreibt Czisch weiter: „Aber es ist die Sache der Stadtgesellschaft, sich deutlich gegen rassistisches Gedankengut zu stellen.“ Jeder einzelne müsse dafür sorgen, dass Hass auf Minderheiten in Ulm nicht Schule mache.

Wir dürfen also nicht schweigend zusehen, wenn Scharfmacher und geistige Brandstifter mit Worten und Parolen zündeln

Gunter Czisch, Ulms Oberbürgermeister

Dazu gehöre seiner Ansicht nach vor allem, Rassismus in all seinen Formen nicht einfach schweigend hinzunehmen. Denn das Schweigen der Mehrheit habe eine fatale Konsequenz: Es könnte als stillschweigende Zustimmung ausgelegt werden. „Wir dürfen also nicht schweigend zusehen, wenn Scharfmacher und geistige Brandstifter mit Worten und Parolen zündeln“, so Czisch.

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