Mord am Eselsberg: Prozess beginnt am Freitag

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 In dieses Haus am Veltliner Weg in Ulm brachen am Dreikönigstag drei Täter ein und überfielen die Bewohner. Ein 59-Jähriger Ma
In dieses Haus am Veltliner Weg in Ulm brachen am Dreikönigstag drei Täter ein und überfielen die Bewohner. Ein 59-Jähriger Mann starb später. (Foto: Alexander Kaya)
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Auf Mord lautet die Anklage, für die sich zwei Eheleute ab kommenden Freitag vorm Landgericht Ulm verantworten müssen. 27 Verhandlungstage sind angesetzt, der Prozess soll bis Juni 2019 abgeschlossen sein.

Laut Mitteilung des Gerichts, soll der Ehemann (zur Tatzeit 39 Jahre alt) am Morgen des 6. Januar mit zwei Komplizen (36 und 32 Jahre alt) in eine Wohnung am Ulmer Eselsberg eingedrungen sein. Dort lebten ein 59-Jähriger und seine 81-jährige Mutter.

Die angeklagte Ehefrau (46), die aus ihrer Tätigkeit als Hauswirtschafterin das Gebäude kannte, habe in einem Auto vor dem Haus gewartet.

Die Täter sollen dann den Bewohner, der erwacht war, niedergeschlagen und mit einem dafür mitgebrachten Paketklebeband gefesselt und geknebelt haben. Nachdem sie Schmuck im Wert von etwa 10 000 Euro erbeutet hatten, flohen sie.

Überfall in Ulm: 59-Jähriger stirbt nach Angriff von Einbrechern
Nach dem Einbruch am Ulmer Eselsberg sind die Nachbarn fassungslos. Ein Hausbewohner hat die Täter in seiner Wohnung bemerkt. Die sollen den 59-Jährigen daraufhin niedergeschlagen und gefesselt haben. Der Mann verstarb an den Folgen seiner Verletzungen. Jetzt hat die Polizei die Fahndung nach den unbekannten Einbrechern ausgeweitet.

Trotz Rettungsbemühungen verstarb der 59-Jährige, weil er infolge der Knebelung zu wenig Luft bekommen hatte.

Ehepaar wenige Tage später festgenommen

Wenige Tage danach hatte die Ulmer Polizei den Georgier und dessen russischstämmige Ehefrau unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Das Paar sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Die angeklagten Eheleute sollen ab Sommer 2017 von Einbrüchen gelebt haben. So wird ihnen vorgeworfen, bei einem Wohnungseinbruch am 27. Dezember 2017 in Ulm Gegenstände im Wert von gut 70 000 Euro erbeutet zu haben. Bei einem weiteren Einbruch in der Nacht auf den 5. Januar 2018 in eine Wallfahrtskirche in Ziemetshausen sollen sie sakrale Gegenstände im Wert von rund 10 000 Euro entwendet, später aber wieder weggeworfen haben.

Prozess gegen Komplizen

Wann ein Prozess gegen die beiden Komplizen eröffnet werden kann, ist offen. Denn der 36-Jährige hält sich nach Erkenntnissen der Behörden möglicherweise in seinem Heimatland Georgien auf. Derweil bemüht sich die Staatsanwaltschaft weiter um die Auslieferung des 32 Jahre alten Verdächtigen, der im Februar aufgrund eines internationalen Haftbefehls in Israel festgenommen worden war. Der Verdacht gegen diesen Mann hatte sich durch die Ermittlungen und wegen am Tatort gefundener Spuren erhärtet.

Eselsberg-Mord: Vierter Täter identifiziert
Nach dem Tod eines Mannes in seiner Wohnung Anfang des Jahres wurde jetzt ein weiterer Tatverdächtiger ermittelt. Der vierte Täter stammt laut Polizei aus Georgien und soll sich dort momentan aufhalten

Hier werden die meisten Straftaten verübt (2017)

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