Mehrere Polizeieinsätze in Ulm und Neu-Ulm: Polizei nimmt mutmaßlichen Menschenhändler fest

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Polizei nimmt mutmaßlichen Menschenhändler fest
Großeinsatz in der Olgastraße: Die Polizei hat in Ulm einen mutmaßlichen Menschenhändler dingfest gemacht. Aber der Einsatz war nur einer von mehreren, die in Ulm, Neu-Ulm und Umgebung stattfanden.
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Mehrere größere Polizeieinsätze haben Mittwochmorgen in Ulm und Neu-Ulm stattgefunden. Das bestätigen die Beamten auf Nachfrage von Schwäbische.de.

Ein Einsatz erfolgte inUlm in der Olgastraße zwischen dem Willy-Brandt-Platz und der Frauenstraße. Bis zu vier Kastenwagen der Polizei standen dort. Passanten berichten, die Beamten seien dort über mehr als zwei Stunden im Einsatz gewesen.

Größerer Polizeieinsatz in der Ulmer Innenstadt: Drei Kastenwagen der Polizei stehen in der Olgastraße. (Foto: Michael Kroha)

Gegen 11.30 Uhr wurde ein Mann aus einem Gebäude abgeführt. Die Ermittler hatten Müllsäcke dabei, mutmaßlich mit Beweismitteln. 

Einsatz in der Olgastraße mit Bezug zum Rotlicht-Milieu

Mit Details zu diesem Einsatz hielt sich das Präsidium in Ulm sowie die Ulmer Staatsanwaltschaft lange Zeit bedeckt - aus ermittlungstaktischen Gründen, hieß es. Am Abend bestätigten Ulmer Polizei und Staatsanwaltschaft, was Schwäbische.de bereits berichtet hatte: Der Einsatz in der Olgastraße steht im Zusammenhang mit Ermittlungen im Rotlicht-Milieu. 

Demnach werde seit Monaten in mehreren Fällen von Menschenhandel und Zwangsprostitution im Raum Ulm ermittelt. Dabei habe sich der Verdacht gegen einen 42-jährigen rumänischen Staatsangehörigen aus Ulm erhärtet, mindestens ein Opfer in Ulm der Zwangsprostitution zugeführt zu haben.

Hier wird der mutmaßliche Menschenhändler festgenommen und abgeführt.
Hier wird der mutmaßliche Menschenhändler festgenommen und abgeführt. (Foto: MK)

Bei der Wohnungsdurchsuchung in der Olgastraße stellten die Beamten zahlreiche Beweismittel sicher, welche nun ausgewertet werden. Der 42-Jährige wurde noch im Laufe des Mittwochs der zuständigen Haftrichterin beim zuständigen Amtsgericht in Ulm vorgeführt, welche den Haftbefehl in Vollzug setzte.

Ungefähr zeitgleich fanden insgesamt vier Einsätze mit Bezug zu Betäubungsmitteln unter der Führung der Polizeiinspektion Neu-Ulm statt. Ein Einsatz erfolgte in Ulm, zwei in Neu-Ulm und einer in Senden. Das bestätigt ein Sprecher des für Neu-Ulm zuständigen Präsidiums in Kempten. 

Polizei nennt neue Details zu Durchsuchungen in Ulm, Neu-Ulm und Senden

Wie die Neu-Ulmer Polizei am Nachmittag mitteilt, richteten sich die vier Einsätze in Ulm, Neu-Ulm und Senden gegen vier Tatverdächtige im Alter zwischen 28 und 33 Jahren. Der Hauptverdächtige, ein 33-Jähriger, steht demnach im Verdacht, mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge gehandelt zu haben.

Bei allen vier Tatverdächtigen wurde am Mittwoch in den frühen Morgenstunden mit richterlichem Beschluss eine zeitgleiche Durchsuchung durchgeführt. Hierbei wurde die Neu-Ulmer Kriminalpolizei bei einem Durchsuchungsobjekt durch Spezialeinsatzkräfte (SEK) unterstützt, weil bei diesem Beschuldigten Erkenntnisse über einen etwaigen Waffenbesitz vorlagen.

Bei den Durchsuchungen wurden unter Anderem kleinere Mengen an Kokain und Marihuana sowie Anabolika, Drogenersatzstoffe und Waffen sichergestellt. Zur rechtlichen Einordnung der Waffen werden beim Bayerischen Landeskriminalamt (LKA) waffentechnische Untersuchungen in Auftrag gegeben.

Bargeld und scheinbar hochwertige Uhren – deren Echtheit noch zu prüfen sein werden – wurden unter dem Verdacht beschlagnahmt, dass sie aus dem Handel mit Betäubungsmitteln stammen könnten.

Die Tatverdächtigen wurden nach ersten kriminalpolizeilichen Maßnahmen wieder entlassen. Sie schweigen derzeit zu den Tatvorwürfen.

Erneuter LKA-Sucheinsatz wegen Kokain-Fund in Neu-Ulm

Es gab jedoch noch einen weiteren Einsatz im Neu-Ulmer Industriegebiet rund um einen größeren Fruchthändler. Dort wurden Mitte Dezember rund 500 Kilogramm Kokain bei einem Großeinsatz des LKA Bayern sichergestellt und sechs Verdächtige festgenommen. Ein siebter Verdächtiger ist nach Angaben des LKA noch immer flüchtig. Das Gelände rund um den damaligen Einsatzort wurde am Mittwochmorgen nun erneut nach Beweismitteln mit Metallsuchgeräten abgesucht. 

500 Kilo Kokain in Neu-Ulm sichergestellt: Ermittler geben neue Details bekannt
Nach dem großen Polizeieinsatz am Wochenende in Neu-Ulm haben Spezialkräfte weiter nach dem siebten Tatverdächtigen gesucht. Am Nachmittag lief dazu ein Einsatz bei Weißenhorn. Bislang allerdings ohne Ergebnis.

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