Mehr Handwerker-Azubis im Gebiet der Handwerkskammer Ulm

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 Noch über 1000 Lehrstellen sind im Bereich der Handwerkskammer Ulm unbesetzt.
Noch über 1000 Lehrstellen sind im Bereich der Handwerkskammer Ulm unbesetzt. (Foto: Jens Kalaene)
Aalener Nachrichten

Bis Ende August 2018 haben sich 2736 junge Menschen im Gebiet der Handwerkskammer Ulm für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Das bedeutet erneut ein Plus an neueingetragenen Lehrverträgen von 6,9 Prozent. Zum fünften Mal hintereinander konnte im Bereich der Handwerkskammer Ulm somit ein Zuwachs an neuen Auszubildenden erzielt werden.

Im Ostalbkreis haben sich 522 Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk entschieden. Dies entspricht zwar 2,2 Prozent weniger als vergangenes Jahr, das Niveau von über 500 Auszubildenden konnte jedoch gehalten werden. Es wird davon ausgegangen, dass bis zum Jahresende noch viele offene Stellen besetzt werden und damit die Zahl auch im Ostalbkreis noch verbessert werden kann. Der Anteil geflüchteter Menschen liegt im Ostalbkreis derzeit bei 5,4 Prozent.

1098 weitere Ausbildungsplätze bislang unbesetzt

1098 weitere Ausbildungsplätze im Gebiet der Handwerskammer Ulm in nahezu allen Gewerken und Regionen sind bislang noch unbesetzt und die Betriebe hoffen hier noch auf weitere Bewerber. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm, verweist auf die Entwicklung der vergangenen Jahre: „Den jungen Menschen werden immer mehr die Chancen eines Handwerksberufs klar, egal auf welcher Schule sie sind. Die Chancen für die Jugendlichen in unseren Betrieben waren noch nie so gut.“

Trotz sinkender Schülerzahlen und gleichbleibendem Drang zu den Hochschulen findet das Handwerk immer mehr Auszubildende. Das Handwerk ist in der Berufsorientierung ganz nah an die Schülerinnen und Schüler herangerückt, beispielsweise durch Bildungspartnerschaften, Kooperative Berufsorientierung oder durch die Ausbildungsbotschafter. Fachkräfte werden gebraucht. Denn Azubis von heute sind die Gesellen und Fachkräfte von morgen. Und die Auftragsbücher der regionalen Betriebe sind seit einigen Jahren ungebrochen voll. Die zwei am stärksten wachsenden Gruppen im Handwerk sind Abiturienten und Flüchtlinge. Knapp 15 Prozent der neu abgeschlossenen Verträge sind Abiturienten, die dieses Jahr die Karrieremöglichkeiten im Handwerk für sich entdeckt haben. Außerdem haben sich 211 geflüchtete Menschen im Kammergebiet neu für eine handwerkliche Ausbildung entschieden; das sind 7,7 Prozent der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge.

Die regionalen Handwerksbetriebe könnten noch mehr jungen Menschen den Einstieg in eine Karriere im Handwerk durch eine duale Ausbildung bereiten. Insgesamt 1098 Ausbildungsplätze stehen in den Handwerksbetrieben zwischen Ostalb und Bodensee noch frei und zur Vermittlung zur Verfügung. Jugendliche können sich hierauf noch bewerben fürs aktuelle Ausbildungsjahr. „Wir könnten noch mehr. Die Betriebe und die Konjunktur sind stark. Das Handwerk würde gerne noch mehr junge Menschen ausbilden, um die eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern und Karrierechancen zu bieten.“, so Mehlich. Interessierte können jetzt noch auf die Betriebe oder auf die Handwerkskammer zugehen. Insbesondere in den Bereichen Anlagenmechaniker Sanitär-Heizung und Klima und Elektro sowie Nahrungsmittel seien noch viele Stellen frei. Gerade im Hinblick auf Eltern, Lehrer und Abiturienten werde die Handwerkskammer ihr Engagement weiter ausbauen und noch erhöhen, um zukünftig weiter steigende Zahlen in den Betrieben zu erreichen.

Mehlich: Azubi-Plus dank Integration

Mehlich macht angesichts der aktuellen Diskussion um den Fachkräftebedarf und um ein Einwanderungsgesetz deutlich: „Das Azubi-Plus dieses Jahr verdanken wir auch der Integration von Flüchtlingen in die duale Ausbildung. Es ist stark, dass die Handwerksbetriebe ihren Beitrag für die Zukunft leisten und Zeit und Geld in eine Ausbildung investieren.“

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