Mehr als ein Drittel der jungen Erwachsenen betrinken sich regelmäßig

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 Unterstützung für die Suchtvorbeugung im Alb-Donau-Kreis und in Ulm: Bei der Schecküberreichung im Sozialdezernats des Landrats
Unterstützung für die Suchtvorbeugung im Alb-Donau-Kreis und in Ulm: Bei der Schecküberreichung im Sozialdezernats des Landratsamts in Ulm (v.l.n.r.) Patricia Steiniger (AOK Ulm-Biberach), Sozialdezernent Josef Barabeisch (Alb-Donau-Kreis), Dr. Sabine Schwenk (Geschäftsführerin AOK Ulm-Biberach), Andrea Rösch, Beauftragte für Suchtprävention (Alb-Donau-Kreis / Stadt Ulm) (Foto: ADK)
Schwäbische Zeitung

Die Zahl der Jugendlichen zwischen zwölf und 17 Jahren, die sich jeden Monat einen Rausch antrinken, ist mit 13,6 Prozent seit Jahren konstant. Aber bei den jungen Erwachsenen zwischen 18 und 25 steigen die Zahlen nach rückläufiger Entwicklung nun wieder. 37,8 Prozent der jungen Erwachsenen sagen, dass sie jeden Monat mindestens einmal bis zum Rausch trinken. So das Fazit einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sozialdezernent Josef Barabeisch von der Kreisverwaltung des Alb-Donau-Kreises in Ulm nahm diese Studie zum Anlass, um bei der Scheckübergabe am Mittwoch im Sozialdezernat nochmals zu betonen, wie wichtig der finanzielle Beitrag der AOK Ulm-Biberach zur Suchtprävention in Ulm und im Alb-Donau-Kreis ist. Auch die gute und verlässliche Zusammenarbeit in verschiedenen anderen Bereichen wurde von ihm hervorgehoben.

„Mit dieser finanziellen Unterstützung können wir Präventionsprojekte zu Suchtvorbeugung und Fortbildungsangebote finanzieren“, sagte Barabeisch, als er den Scheck von Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach, entgegennahm. „Mit den 7640 Euro fördern wir schwerpunktmäßig die Schulung von Multiplikatoren, also Lehrern und Schulsozialarbeitern, etwa im Rahmen eines MOVE Seminars. Es handelt sich dabei um ein Fortbildungsangebot für Personen, die mit Alkohol und Drogen konsumierenden Jugendlichen zu tun haben.“ Dass Aufklärung und Prävention dringend notwendig sind, machen die lokalen Zahlen deutlich. 651 Versicherte der AOK Ulm-Biberach mussten 2018 wegen Alkohol oder Drogen in Kliniken behandelt werden. „Vor allem die Altersgruppe 15 bis 19 zeigt, wie wichtig solche Programme sind“, sagte die AOK-Geschäftsführerin bei der Scheckübergabe im Sozialdezernat in der Ulmer Wilhelmstraße. „60 Jugendliche, die wegen psychischer und Verhaltensstörungen durch Alkohol und Drogen einen Arzt sehen müssen, sind 60 zu viel.“ Bei den 20- bis 24-Jährigen liegen die Zahlen noch höher. 67 junge Erwachsene aus dem Stadt- und Landkreis kamen ins Krankenhaus. „Nicht überraschend ist die Tatsache, dass es doppelt so viele junge Männer wie junge Frauen sind“, so Schwenk. „Suchtvorbeugung ist deshalb auch für die AOK von großer Bedeutung und, wie die Zahlen zeigen, wichtiger denn je.“

Kinder und Jugendliche müssten dort erreicht werden, wo sie viel Zeit verbringen und Personen ihres Vertrauens begegnen, beispielsweise in der Schule. Sabine Schwenk: „Wenn wir mit unserem Beitrag den Griff zur ersten Zigarette oder den ersten Rausch verhindern können, dann haben wir viel erreicht.“ Dank dieser Spende könnten Multiplikatoren einen positiven Einfluss auf Jugendliche und ihre Eltern ausüben.

Die AOK-Geschäftsführerin nannte die Präventionsangebote des Landratsamtes, welche die Sucht-Präventionsbeauftragte Andrea Rösch im Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm ins Werk setzt, vorbildlich. „Die AOK Ulm-Biberach unterstützt diese Projekte gerne. Wir arbeiten gut und eng zusammen, auch im Rahmen der kommunalen Gesundheitskonferenz, und werden die Kooperation auf den verschiedensten Ebenen noch weiter ausbauen.“

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