Medizinische Versorgung im Landkreis soll verbessert werden

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 Teilnehmer der zweiten kommunalen Gesundheitskonferenz in Ulm.
Teilnehmer der zweiten kommunalen Gesundheitskonferenz in Ulm. (Foto: LRA)
Schwäbische Zeitung

Nach dem Startschuss im Januar vergangenen Jahres hat die gemeinsame Kommunale Gesundheitskonferenz (KGK) des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm nun zum zweiten Mal getagt. Zur Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum haben drei Arbeitsgruppen erste Ergebnisse vorgelegt. Im Herbst sollen im Rahmen der Konferenz erste Entschlüsse fallen, um die medizinische Versorgung im ländlichen Raum zu verbessern, teilt das Landratsamt mit. Dabei steht besonders die Lebenssituation von Senioren im Fokus.

An der Sitzung im Haus des Landkreises in Ulm unter Vorsitz von Landrat Heiner Scheffold nahmen Vertreter der Stadt Ulm, des Alb-Donau-Kreises, der Kreis- und Gemeinderatsfraktionen, der Kliniken, der Kassenärztlichen Vereinigung, der Kreisärzteschaft, des Gesundheitsnetzwerks, des Rettungswesens sowie der Notärzteschaft, der Apotheken, der Kassen, des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung und des öffentlichen Gesundheitsdienstes teil. Die Geschäftsstelle ist beim Landratsamt im Fachdienst Gesundheit angesiedelt.

Die Sicherung der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum und in der Stadt Ulm bildet den Themenschwerpunkt der stadt- und landkreisweiten Vernetzung sowie der Veranstaltung selbst. 2019 wurde Handlungsbedarf erkannt und hierzu drei Arbeitsgruppen eingerichtet, die nach insgesamt sieben Sitzungen erste Ergebnisse vorlegen konnten. Themen der Arbeitsgruppen sind die Sicherstellung des ärztlichen Notdienstes im Alb-Donau-Kreis und in der Stadt Ulm sowie die sektorenübergreifende Versorgung, also die Schnittstellen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung durch Hausärzte, Fachärzte, Kliniken und Pflegeheime und Pflegedienste. Eine weitere Arbeitsgruppe beschäftigte sich mit dem Thema „Älter werden im gewohnten Umfeld“.

Die Gesundheitskonferenz hat nun Handlungsfelder definiert, auf deren Grundlagen die Arbeitsgruppen jeweils konkrete Umsetzungsvorschläge entwickeln sollen. Zu diesen Handlungsfeldern gehört unter anderem ein Entlassmanagement als Schnittstelle zum Übergang von stationärer zu ambulanter Behandlung. Hinzu kommt der Aufbau einer digitalen Plattform, auf der für die Akteure im Gesundheitswesen verschiedene relevante Informationen abrufbar sind, wie zum Beispiel die Zahl der aktuell freien Betten in einer Station in einem Krankenhaus. Zudem sollen objektive Informationen über die Patientenzufriedenheit in Notfallpraxen gewonnen und die Lenkung von Patienten zu den Notfallpraxen verbessert werden. Das Projekt „PräSenZ“ (Prävention für Senioren Zuhause) sowie die Unterstützungsleistungen im Rahmen organisierter Nachbarschaftshilfen fördern ein gesundes „Älter werden im gewohnten Umfeld“. Die Einführung eines Telenotarztsystems im Rahmen des Modellprojektes 5G-Mobilfunk wird geprüft. Außerdem soll die Fort- und Weiterbildung für Ärztinnen und Ärzte, etwa in Form so genannter Weiterbildungsverbünde für Allgemeinmedizin gestärkt werden.

Landrat Heiner Scheffold und Ulms Sozialbürgermeisterin Iris Mann betonten, eine gute, zukunftsgesicherte Gesundheitsversorgung in Stadt und Landkreis sei eine zentrale Zukunftsaufgabe, die das Zusammenwirken vieler Akteure benötige. Entscheidend sei, dass die Bewohner des Alb-Donau-Kreises und der Stadt Ulm einen direkten praktischen Mehrwert der Arbeit der Kommunalen Gesundheitskonferenz erfahren würden. Landrat Scheffold erklärte hierzu, dass „die Bereitschaft aller Beteiligten groß ist, sich zum Nutzen aller besser zu vernetzen, Leistungen abzustimmen und konkrete Projekte anzugehen“.

Das nächste Treffen der kommunalen Gesundheitskonferenz Alb-Donau-Kreis / Stadt Ulm ist für den Herbst 2020 vorgesehen. Dann sollen Beschlüsse gefasst und die praktische Umsetzung in Stadt und Gemeinden vereinbart werden.

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