Medizin, Mobilität und Wirtschaft entwickeln ländlichen Raum

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Mal kurz auf dem Smartphone gucken, ob der Nachbar den gleichen Weg hat: Landrat Heiner Scheffold sprach die Möglichkeit von dig
Mal kurz auf dem Smartphone gucken, ob der Nachbar den gleichen Weg hat: Landrat Heiner Scheffold sprach die Möglichkeit von digitalen Mitfahrbörsen an. (Foto: dpa)
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Landrat Heiner Scheffold sieht in Medizin, Mobilität und Wirtschaft die drei wichtigsten Säulen, die für die Entwicklung im ländlichen Raum wichtig sind: Und gerade in diesen Bereichen könne die Digitalisierung entscheidend sein. Am Freitag beschäftigten sich Bürgermeister, Ortsvorsteher und Kreisräte mit Chancen und Risiken der Digitalisierung. Deutlich wurde vor allem: Der lange Weg zur digitalen Gesellschaft hat gerade erst begonnen.

Daneben wird an diesem wunderschönen Herbsttag auch klar: Längst nicht alle in der Kommunalpolitik im Alb-Donau-Kreis Verantwortlichen stellen sich dem Thema Digitalisierung mit der gleichen Ernsthaftigkeit. Von etwa 100 geladenen Amtsträgern sind nur 30 ins Landratsamt gekommen. Hatte nicht Innenminister Thomas Strobl (CDU) beim Thema Digitalisierung mehr Selbstbewusstsein von Wirtschaft und Politik im Südwesten gefordert? Grün-Schwarz investiert bis 2021 über alle Ressorts hinweg eine Milliarde Euro in das Zukunftsthema. Das reicht demnach vom autonomen Fahren bis zur Kommune der Zukunft.

Keine Bevormundung

Die Teilnehmer erfahren viel über die Chancen, die die Digitalisierung gerade im ländlichen Raum bietet: Landrat Scheffold kann sich beispielsweise vorstellen, digitale Mitfahrbörsen aufzubauen: „Manchmal weiß man doch gar nicht, dass der Nachbar den gleichen Weg hat.“ Der digitale Austausch mache gemeinsame Fahrten möglich. Mobilitätsforscherin Isabelle Geis fügt hinzu: „Da in den Städten viel Geld für alternative Mobilität in die Hand genommen wird, wird es weniger Einpendler aus dem ländlichen Raum geben.“ Was das bedeutet? Sind Fahrten vom Land in die Stadt, vom Eigenheim im Speckgürtel zum Büro in der City nicht mehr nötig? Auf jeden Fall, hier ist sich die Runde mit Zukunftsforscher Max Hergt, Mobilitätsforscherin Isabelle Geis, Wolfgang Schneider von der ADK GmbH für Gesundheit und Soziales wie auch IHK-Präsident Jan Stefan Roell einig, darf die Digitalisierung nicht zur Bevormundung, beispielsweise bei der Wahl des Verkehrsmittels, oder zu offenen Fragen bei der Datensicherheit führen.

Vor allem aber braucht die Digitalisierung den zügigen Breitbandausbau, ohne den keine Anwendung auch nur ansatzweise läuft: Selbst hier spielen Partner wie die Telekom oft nicht mit, weiß Landrat Scheffold: „Und das tut allen weh!“

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