Martialische Szenen auf dem Münsterplatz: Aktivisten demonstrieren für den Frieden

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 Auf Achse für Frieden und gegen Abrüstung. Performence der Friedenradtour auf dem Münsterplatz.
Auf Achse für Frieden und gegen Abrüstung. Performence der Friedenradtour auf dem Münsterplatz. (Foto: Andreas Brücken)
Andreas Brücken

Die Situation wirkte verstörend bis beängstigend: Drei Männer in Militäruniform, scheinbar bewaffnet mit Gewehren, postieren sich stumm neben drei leblosen Körpern auf dem Münsterplatz. Die Menschen sind mit weißen Tüchern verdeckt, nur die nackten Füße sind zu sehen. Drei Personen stehen daneben, die nichts sehen, nichts hören und nichts sagen.

Aktivisten der Deutschen Friedensgesellschaft haben sich am Sonntag mit ihrer Aktion auf dem Münsterplatz bewusst in Szene gesetzt, um Passanten anzusprechen. Seit 15 Jahren begeben sich die Friedensfreunde regelmäßig mit dem Fahrrad auf Tour, um für Frieden, Abrüstung und ein ziviles Europa zu demonstrieren.

Ulm ist auch ein Ort der Aufrüstung

Insgesamt rund 600 Kilometer haben die 40 Radfahrer mit dem Startschuss vor dem Münster vor sich. Mitorganisator Markus Kiefer erklärte, dass Ulm mit seiner Tradition zur Friedensbewegung ganz bewusst als Ausgangspunkt für die diesjährige Friedensfahrradtour ausgewählt wurde und nannte als Beispiel den prominenten Pazifisten Albert Einstein und die Widerstandskämpfer Hans und Sophie Scholl. Doch sei die Münsterstadt mit der Wilhelmsburgkaserne und den Rüstungsbetrieben auch ein Ort der Aufrüstung und des Krieges, erklärte Kiefer weiter.

Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, werden die Friedensradler in den kommenden Tagen unter anderem Rüstungsbetriebe in Manching, Grafenwöhr und Donauwörth ansteuern. Auch dort sollen vor den Pforten ähnliche Aktionen stattfinden.

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