Marode Gänstorbrücke nach Unfall mit Lkw stundenlang gesperrt

Lesedauer: 6 Min
Stauchaos in Ulm und Neu-Ulm: Lkw bleibt auf Gänstorbrücke stecken
Kilometerlange Staus in Ulm und Neu-Ulm mitten im Berufsverkehr: Ein Lkw-Unfall hat zu einer Sperrung der Gänstorbrücke geführt. Dabei dürfen Lkw das marode Bauwerk gar nicht passieren.
Schwäbische Zeitung

Wegen eines Lkw-Unfalls ist die marode Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm am Donnerstagmorgen für gut zwei Stunden gesperrt gewesen. Verletzt wurde dabei niemand. Jedoch wurden die Höhen- sowie die Breitenbegrenzungen beschädigt, die eigentlich verhindern sollen, dass entsprechende Lkw die Brücke passieren. 

Gegen 5.45 Uhr fuhr ein türkischer Lkw-Fahrer von Neu-Ulm kommend auf die Brücke zu und missachtete sämtliche Verbotsbeschilderung, da er seinem Handy-Navigationssystem mehr vertraute als dem Blick durch die Frontscheibe.

Stahlausleger samt Warntafel umgerissen

Am Brückenkopf rammte er dann mit seinem großen Sattelzug gegen die 3,20 Meter hohe Höhenbegrenzung. Auch wenn an der Zugmaschine nur geringer Schaden am Dachspoiler entstand, wurde der Stahlausleger mit der Warntafel umgerissen.

Ein LKW mitten auf der Straße
Wegen eines Lkw-Unfalls war die Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm stundenlang gesperrt. Dabei ist diese Brücke für Lkw gesperrt. (Foto: Thomas Heckmann)

Der Ausleger wurde aus der Verankerung gerissen und stürzte auf den Gehweg der Brücke, dort war zum Unfallzeitpunkt glücklicherweise niemand unterwegs. Der gut zwei Tonnen schwere Stahlbetonblock, an dem der Auslegermast befestigt war, wurde zerstört und auch verdreht.

Nun versuchte der Unfallverursacher wieder rückwärts aus der Engstelle herauszufahren, dabei verkantete sich sein Sattelauflieger mit dem Betonblock. Erst mit Hilfe eines Kranes konnte der Betonblock so weit auf die Seite gezogen werden, dass der Lastwagen wieder rückwärts von der Brücke herunterfahren konnte.

Berufsverkehr war massiv behindert

Durch den Unfall war der Berufsverkehr massiv behindert, der nun über die Herdbrücke und die Adenauerbrücke ausweichen musste. Ein Rückstau bis nach Pfuhl war die Folge. Über den Verkehrsfunk wurde mitgeteilt, die Ulmer und Neu-Ulmer Innenstadt zu meiden. 

Auch der Nahverkehr war betroffen: Unter anderem endete die Buslinie 7 an der Kasernstraße und war zwischen Augsburger-Tor-Platz und Willy-Brandt-Platz eingestellt.

Für das zu erwartende Bußgeld musste der Fahrer eine Sicherheitsleistung von 140 Euro hinterlegen, dazu kommen aber noch die Bergungskosten und die Schadenersatzforderungen der Stadt Ulm für die zerstörten Verkehrseinrichtungen.

Eigentlich war seitens der beiden Städte Ulm und Neu-Ulm vorgesehen, dass bereits zwischen den Jahren eine Schranke vor den Brücken angebracht wird, um genauso so ein Szenario zu verhindern. Jedoch verspätete sich die Lieferung dieser Schranken. Ende der kommenden Woche sollte es soweit sein. Inwiefern dieser Unfall jetzt aber wieder Verzögerungen mit sich bringt, wird sich zeigen. 

Autos befahren die Brücke
Die Schranken-Lösung ist womöglich die letzte Chance, eine vorzeitige Sperrung der Gänstorbrücke zwischen Ulm und Neu-Ulm zu verhindern. (Foto: Archiv / Alexander Kaya)

Unfallschwerpunkte in Baden-Württemberg 2018

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