Möbel Mahler startet im Sommer 2013 in Neu-Ulm

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Gerhard Mahler will im ehemaligen Mutschler-Center mehr als 73 Millionen Euro Jahresumsatz machen. Dafür investiert der Unterneh (Foto: nuz)

Fünf Stockwerke, ein Lichthof mit stufenlosem spindelförmigem Aufgang und allein 70 000 Quadratmeter Verkaufsfläche nur für Möbel: So soll das Einrichtungshaus Mahler im Neu-Ulmer Starkfeld am alten Mutschler-Standort im Sommer nächsten Jahres aussehen. Nun ist auch der Termin für den Start der Bauarbeiten klar – ab November beginnen die Abbrucharbeiten am ehemaligen Mutschler-Center, das seit rund acht Jahren überwiegend leer steht. Die Einzelhandelskette Kaufland soll bestehen bleiben.

Gestern überreichte der Neu-Ulmer Oberbürgermeister Gerold Noerenberg dem Firmeninhaber Gerhard Mahler die Baugenehmigung. Obwohl der Bebauungsplan erst im November verabschiedet werde, habe es laut Noerenberg die Möglichkeit gegeben, die Genehmigung schon mit der Planreife zu erteilen – so sei die Stadt in diesem Fall vorgegangen. Noerenberg zeigte sich erfreut über das neue Einrichtungshaus: „Es wird das Oberzentrum Ulm/Neu-Ulm stärken und einen wichtigen Baustein zwischen Stuttgart und München bilden.“

Möbel Mahler wird mit seiner riesigen Verkaufsfläche von 70 000 Quadratmetern für Einrichtung und Möbel sowie 4000 Quadratmetern für „Randsortimente“ vor allem dem Möbelgiganten Inhofer in Senden Konkurrenz machen. Dieser hat laut Experten ebenfalls eine geschätzte Verkaufsfläche von über 70 000 Quadratmetern. „Da liegen dann die zwei größten Einrichtungshäuser Europas 6,5 Kilometer Luftlinie auseinander, natürlich ist das eine Konkurrenzsituation“, sagte Mahler.

Dennoch sei er überzeugt, dass die Eröffnung seines neu-Ulmer Hauses für Inhofer keinen großen Nachteil bedeute: „Früher haben sich Mutschler und Inhofer auch gegenseitig hochgeschaukelt.“ Senior-Chef August Inhofer hatte die Situation vor einigen Wochen ebenfalls gelassen kommentiert: „Wir werden uns weiter behaupten.“

Nach Mahlers Angaben sind rund 60 Prozent der Lieferanten der beiden Familienunternehmen identisch, auch die Preise würden sich im Großen und Ganzen ähneln: „Darüber können wir uns nicht deutlich profilieren – das versuchen wir durch das neue Haus, das wird nach dem Umbau nicht wiederzuerkennen sein.“

Ein weiterer Punkt sei die Übersichtlichkeit, an der das Unternehmen arbeiten wolle, da diese bei großen Einrichtungshäusern besonders wichtig und zugleich schwer umzusetzen sei. 450 neue Mitarbeiter will Mahler für das neue Haus einstellen, zwischen 100 und 200 sollen dafür aus der Arbeitslosigkeit geholt werden, darunter auch über 50-Jährige und Wiedereinsteiger in den Beruf. Sie erhalten eine sechsmonatige Weiterbildung, mit der Mahler bereits in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht hat.

Bestehen bleibt die Lebensmittelkette Kaufland, die bis 2017 einen Vertrag fürs ehemalige Mutschler-Center hat. Mahler sagte, nach einem Besuch bei der Stadt habe ihn eine Stadträtin gebeten, das Geschäft beizubehalten. Es leiste einen wichtigen Beitrag zur Nahversorgung der Bürger. Dies habe Mahler berücksichtigt – lediglich einen neuen Eingang werde es geben.

Noerenberg ist froh, dass von der ursprünglich wesentlich größer geplanten Fläche für innenstadt-relevante Sortimente nur ein Bruchteil geblieben ist. Dieser Begriff bezeichnet Produkte, die für das Einzelhandelsangebot in der Innenstadt prägend sind. Werden diese beispielsweise in einem Einrichtungshaus angeboten, könnte das Käufer aus dem Stadtzentrum abziehen. Im Mutschler-Center waren ursprünglich rund 60 000 Quadratmeter dafür vorgesehen – laut Noerenberg damals eine „völlige Fehlplanung“, die nun glücklicherweise beseitigt sei.

Insgesamt investiert Mahler gut 30 Millionen Euro in das neue Haus. Laut Gutachten soll es pro Jahr 73 Millionen Euro Umsatz bringen. Gerhard Mahler ist optimistisch: „Ich glaube, es wird sogar etwas mehr werden.“

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