„Leben, Wohnen, Freizeit“ im Umbruch – dieses Angebot soll Besucher locken

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 Die jetzt verkürzte Ulmer Frühjahrsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ ist weiter auf der Suche nach einer neuen Identität.
Die jetzt verkürzte Ulmer Frühjahrsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ ist weiter auf der Suche nach einer neuen Identität. (Foto: Alexander Kaya)
Oliver Helmstädter

Deutlich geschrumpft startete am Mittwoch die Ulmer Frühjahrsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ (LWF). Statt zehn Tage sind es nur noch fünf. Und statt mit 80.000 bis 100.000 Besuchern wie in früheren Jahren ist Peter Kinold, der Geschäftsführer der veranstaltenden Ausstellungsgesellschaft schon mit 35.000 Ticketverkäufen zufrieden. Allerdings äußert Kindold Zweifel, ob der vorherige Veranstalter immer die korrekten Zahlen kommuniziert habe. Er jedenfalls, werde nicht übertreiben.

Wir wollen keine sechs Stände mit Brillenputztüchern.

Kindold Zweifel, Geschäftsführer 

Laut Kinold befinde sich 1963 erstmals ausgetragene Frühjahrsmesse noch immer im Umbruch, nachdem seine Firma 2016 die „Ulmer Ausstellungsgesellschaft“ übernahm. Wer durch die Hallen spaziert, sieht deutliche Lücken zwischen den Ständen. Kinold begründet dies zum einen mit der kurzfristigen Absage von vier Ausstellern. Und dem Willen nach einem mehr an Qualität. „Wir wollen keine sechs Stände mit Brillenputztüchern.“ Und auch einige Verkäufer mit einem fragwürdigen Sortiment aus dem esoterischen Bereich habe er ganz bewusst aussortiert.

Großes Potenzial sieht Kinold im Bereich Produkte aus regionaler Landwirtschaft. Bei der von seiner Firma veranstalteten Niederbayern-Schau in Landshut sei etwa eine „Grüne Halle“ ein großer Erfolg. Dieses Jahr habe das noch nicht geklappt, nicht zuletzt weil es seit dem Aus der Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft CMA keinen zentralen Ansprechpartner mehr gebe. Kinold: „Wir haben noch viele Ideen.“

Aber auch ohne „Grüne Halle“ sieht Kinold die LWF auf dem richtigen Weg. Bauen, Sanieren und Wohnen bilden wie in den vergangenen Jahren auch das Herz der LWF. Neu ist dieses Jahr die „1. LWF Grillmeisterschaft“, die unter der Federführung von Marco Stolze, dem Chef der „Iller-Factory“, einer Grill- und Kochschule mit Sitz in Illertissen stattfindet. Die Verkostung und Bewertung nach den strengen Standards der „German Barbecue Association“ beginnt am Samstag, 6. April, um 11.30 Uhr. Die Siegerehrung ist um 17 Uhr.

 Die jetzt verkürzte Ulmer Frühjahrsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ ist weiter auf der Suche nach einer neuen Identität. Das Rin
Die jetzt verkürzte Ulmer Frühjahrsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ ist weiter auf der Suche nach einer neuen Identität. Das Ringen um ein perfektes Steak spielt dabei eine Rolle. (Foto: Alexander Kaya)

Außerhalb dieser Meisterschaft zeigt der ausgebildete „Mobile Grillmeister“ Stolze sein Können am Grill bei mehreren Workshops und etwa einem „Showgrillen“ unter dem Motto „Das perfekte Steak“ am Donnerstag/Freitag um 14 Uhr. Die drei häufigsten Fehler von Hobby-Grillern wird der 43-Jährige dabei tunlichst vermeiden: Ständig den Deckel öffnen, zu hohe Hitze und zu dünnes Fleisch. Und außerdem wird er die Marinade sorgfältig abtupfen, weil diese lediglich auf dem Grill verbrenne anstatt für Aroma zu sorgen.

Halle sieben nennt sich während der Messe „Hall of Sports“, die insbesondere durch die Angebote des Ulm/Neu-Ulmer Unternehmens Sport-Sohn geprägt ist. Sämtliche „Eventtools“, wie etwa „Football-Cages“, Tischkickerarena, Basketball-Standanlage oder eine Fußball-Indoorarena können hier ausprobiert werden. Mit dabei ist der Regionalligist FV Illertissen. Auf einem Testparcours können zudem E-Roller, Einräder oder Segways getestet werden. Ungewöhnliche Dinge lassen sich auf dem Rest der sieben Messehallen erstehen: Von Elektrofahrrädern, die eher an eine Harley denn ein Pedelec erinnern aus dem Hause Rayvolt für um die 3000 Euro bis hin zu zu modernen Minihäusern, die „großes Wohnen auf kleinem Raum“ versprechen. Inoffizieller Teil der LWF ist nun zum siebten Mal die Kunstmesse „Kunstschimmer“. 160 Künstler aus 20 Nationen stellen ihre Werke in der Donauhalle aus.

 Die jetzt verkürzte Ulmer Frühjahrsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ ist weiter auf der Suche nach einer neuen Identität.
Die jetzt verkürzte Ulmer Frühjahrsmesse „Leben, Wohnen, Freizeit“ ist weiter auf der Suche nach einer neuen Identität. (Foto: Alexander Kaya)
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