Landwirt „verewigt“ sich bei Google Maps

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Vor knapp zwei Jahren hat Sven Bleifuß mit einem Pflug „Fendt“ in einen Acker am südlichen Ortsrand der Alb-Gemeinde Lonsee gesc
Vor knapp zwei Jahren hat Sven Bleifuß mit einem Pflug „Fendt“ in einen Acker am südlichen Ortsrand der Alb-Gemeinde Lonsee geschrieben. Noch heute ist es bei „Google Maps“ zu sehen. (Foto: Google Maps / Grafik: Kroha)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Wie heißt es so schön? Das Internet vergisst nichts. So auch in diesem Fall eines Jung-Landwirts aus der Alb-Gemeinde Lonsee-Sinabronn: Vor rund zwei Jahren hat Sven Bleifuß mit seinem Traktor samt Pflug in einen Acker am südlichen Ortsrand von Lonsee den Schriftzug „Fendt“ geschrieben. Aus Spaß an der Freude. Einfach so. Er wollte sich ausprobieren, erzählt der 26-Jährige heute, der damals erst mit dem Landwirtsein angefangen hatte.

Was er aber einst – wohl an einem Tag im August oder September 2016 – nicht wusste: Der Internetgroßkonzern Google hat kurz nach der Pflug-Malaktion ein Satellitenfoto von Lonsee erstellt und bei seinem Kartendienst „Google Maps“ hochgeladen. Und weil Google seither kein aktuelleres Bild mehr von der Alb-Gemeinde gemacht hat, kann ein jeder auf der Welt noch heute den „Fendt“-Schriftzug von Sven Bleifuß im Internet sehen und lesen.

Häufig darauf angesprochen worden

Darauf angesprochen worden sei er schon häufig. Auch in den Sozialen Netzwerken wie Facebook habe es bereits die Runde gemacht. Doch wie ist es konkret dazu gekommen? „Ich habe noch nicht lange als Landwirt gearbeitet“, sagt Bleifuß und lacht. 2015 habe er damit angefangen. Zuvor hatte er eine Ausbildung als Feinwerkmechaniker abgeschlossen und bereits sechs Jahre in diesem Bereich gearbeitet. „Über einen Zufall bin ich dann Landwirt geworden“, erzählt er.


Wenn man näher ranzoomt, ist der Schriftzug klar zu erkennen.
Wenn man näher ranzoomt, ist der Schriftzug klar zu erkennen. (Foto: Google Maps)

Am besagten Tag habe ein Kumpel von ihm, der mit dem Pflügen bei offiziellen, sogar internationalen Wettkämpfen – dem Leistungspflügen – mitmacht, nebenan auf einem Acker trainiert. Auch er wollte sich ausprobieren. Und weil das Grundstück bereits an die Gemeinde verkauft gewesen war, um darauf jetzt Wohnhäuser entstehen zu lassen, und deshalb darauf sowieso nichts mehr angebaut werden sollte, kam er auf die Idee, etwas in den Acker zu schreiben.

Fendt als kleiner Gag

Und warum gerade „Fendt“? „Als kleiner Gag“, sagt er: „Weil das halt unsere Traktor-Marke, unsere Haus-Marke, ist. Wir sind überzeugte Fendt-Fahrer.“ Und obwohl noch nicht viel Erfahrung mit dem Pflug sammeln konnte: Lesbar ist es allemal. Bleifuß findet es „einigermaßen gelungen“. Die Fahrgassen dienten ihm als Orientierungspunkte. „Das ist wie ein liniertes Blatt“, erklärt der Jung-Landwirt.


Sven Bleifuß hat mit einem Pflug den „Fendt“-Schriftzug in den Acker geschrieben.
Sven Bleifuß hat mit einem Pflug den „Fendt“-Schriftzug in den Acker geschrieben. (Foto: privat)

Sein Chef sei damals aber nicht so sehr davon begeistert gewesen, erzählt Bleifuß. Vor allem deshalb, weil sich die Gemeinde mit der Erschließung des Areals dann doch noch ein bisschen mehr Zeit gelassen hatte. „Da hätten wir durchaus noch zwei Erntegänge angehen können“, sagt er: „Aber ich hatte mir damals gedacht, das wird eh bald zu einer Baustelle. Dann ist es egal.“

Spätestens seit diesem Frühjahr ist dem auch so. Das Baugebiet „An der Lone“ wird erschlossen. Dort, wo also mal ganz groß „Fendt“ stand, entstehen jetzt 24 Blauplätze und ein neues Ortszentrum mit Tagespflege und anderen Einrichtungen.

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