Kellerbrand in überbelegtem Wohnhaus wirft Fragen auf

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Feuerwehr-Einsatz
Die Feuerwehr Ulm rettet mehrere Menschen aus einem Innenstadt-Wohnhaus nach einem Kellerbrand. (Foto: Thomas Heckmann)
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Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Der Brand in einem Wohnhaus in der Ulmer Walfischgasse wirft Fragen auf. Die Feuerwehr rettete am Freitagmorgen 21 Menschen aus dem Gebäude, das in wenigen Wochen geräumt und bald auch abgerissen werden soll. Die Brandursache ist laut Polizei weiterhin noch unklar.

Nach bisherigen Erkenntnissen brach das Feuer am frühen Morgen im Keller des Gebäudes aus. Um 5.25 Uhr ging bei der Polizei die Meldung ein, die Feuerwehr rückte mit knapp 50 Einsatzkräften aus und löschte den Brand.

Vor Ort hätte die Feuerwehr dann mehr Menschen in dem Haus angetroffen, als dort gemeldet gewesen seien, sagte ein Polizeisprecher am Morgen im Gespräch mit Schwäbische.de.

21 Personen, davon drei Kinder, aus Gebäude gerettet

Das Haus ist nicht mehr bewohnbar. Wie Rainer Türke, Leiter des Ordnungsamtes der Stadt Ulm, am Mittag auf Nachfrage von Schwäbische.de mitteilt, seien 21 Personen, davon drei Kinder, aus dem Gebäude gebracht worden. Diese würden nun in zwei Flüchtlingsunterkünften unterkommen.

Die Bewohner seien Flüchtlinge aus aller Herren Länder gewesen. Darunter Syrien, Afghanistan und osteuropäische Staaten. Verletzt wurde niemand.

Die Geschehnisse rund um das Wohnhaus, vor allem im Zusammenhang mit dem Brand, bezeichnet Türke als „merkwürdig“. In der Vergangenheit habe es immer wieder Ärger in den Haus gegeben. Am 6. November hätte das Gebäude erst von einem Gerichtsvollzieher geräumt und später auch abgerissen werden sollen, berichtet Türke. Der Immobilieninhaber habe fristgerecht die Mietverträge gekündigt.

Zugang zu Kellerräumen soll untersagt gewesen sein

Vor einigen Monaten habe es in den Räumlichkeiten des Wohnhauses einen Vorortermin gegeben, bei dem auch die Polizei anwesend war. Laut Türke hätten sich dort wohl Rumänen illegal aufgehalten. Danach sei die Nutzung der Kellerräume gerichtlich untersagt worden. 

Die Ursache des Feuers konnte bislang nicht ermittelt werden, so die Polizei in einer Mitteilung am Nachmittag. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen den Ermittlern derzeit nicht vor. Zum Zeitpunkt des Brandes soll sich niemand im Keller aufgehalten haben. Zu Gerüchten, dass in der Vergangenheit immer wieder offene Feuer im Keller gezündet wurden, machte die Polizei keine Angaben. Die Höhe des Sachschadens ist noch nicht bekannt.

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