„Kein Palast“: Ulm stellt neuen Bauhof für sieben Millionen Euro in Betrieb

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 Abteilungsleiter Markus Ellenrieder, Baubürgermeister Tim von Winning und Werkstattleiter Rainer Claus im neuen Gebäude des Bau
Abteilungsleiter Markus Ellenrieder, Baubürgermeister Tim von Winning und Werkstattleiter Rainer Claus im neuen Gebäude des Baubetriebshofs. (Foto: Andreas Brücken)
Andreas Brücken

Etwas versteckt, hinter der Zufahrt zum Donaubad, ist der Baubetriebshof der Stadt Ulm zu finden. Auch wenn sich die Einrichtung auf dem Gebiet der Schwesterstadt befindet, wollten die Verantwortlichen der Ulmer Stadtverwaltung am Standort festhalten.

Jüngst wurden dort rund 3,9 Millionen Euro in die neuen Werkstatthallen „Am Kaltwässerle“ investiert. Einst war dort die Ulmer Stadtgärtnerei untergebracht.

Mit dem Neubau ist der Betriebshof der wichtigste Ort, wenn es darum geht, handwerkliche Aufgaben im öffentlichen Raum zu erledigen. Dort befindet sich etwa die Schreinerei, in der vom Bienenhotel bis zum Klettergerüst für Kinder alle Holzarbeiten erledigt werden.

Gleich daneben, unter dem selben Dach, sind die Spezialisten für die Metallverarbeitung tätig. Diese Abteilung ist unter anderem für alle Möbel, die im Außenbereich stehen zuständig. Zudem werden hier auch Schilder und Tafeln angefertigt.

Schilder auch für Gänstorbrücke werden dort erstellt

Eines der prominenten Beispiele dürfte die oft ramponierte Höhenbegrenzung der Gänstorbrücke sein. Tür an Tür mit den Kollegen der Metall- und Holzwerkstätten arbeiten die Maler, welche die Straßenmarkierungen oder Beschilderungen gestalten.

Zur Eröffnung der rund 3600 Quadratmeter großen Halle, in der auch Büro- und Sozialräume untergebracht sind, fand Bürgermeister Tim von Winning deutliche Worte der Sparsamkeit: „So schnell gibt es keinen Neubau mehr.“

Mit dem Haus sei der Spagat zwischen einer preisgünstigen Bauart und angenehmer Atmosphäre gelungen, sagte von Winning weiter. Die Investition für den Betriebshof sei gleichzeitig auch eine Wertschätzung für die Mitarbeiter die im Dienst der Stadt tätig sind, sagte von Winning weiter.

Schlichte Betonfassade mit schmalen Fenstern

Architekt Adrian Hochstrasser stimmte ihm zu und erklärte, dass dem Bau „der Geist des Einfachen inne wohnen würde“. Eine schlichte Betonfassade mit schmalen Fenstern spricht für die zurückhaltende Architektur des Zweckbaus.

Es sei zwar „kein Palast geworden, aber der Funktionalität seiner Aufgabe angepasst“, sagte Baubürgermeister von Winning weiter. Mit dem Konzept eines Passivhauses hätten die verantwortlichen Planer den selbstgestellten Anspruch nach einer nachhaltigen Bauweise erfüllt.

Heikel bleibt der Standort für den Baubetriebshof dennoch, weil das Gebiet unweit des Zusammfluss von Donau und Iller bei einem extremen Hochwasser geflutet würde. Um einen Schaden am Gebäude und dem Inventar zu vermeiden, wurde die Halle um gut einen Meter höher gestellt. „Der Baubetriebshof wird dann zu einer Insel“, erklärte Tim von Winning mit einem Augenzwinkern.

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