Im Möbelhaus Mahler brechen neue Zeiten an

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Hier werden schon bald Kleidungsstücke statt Möbel verkauft. Die künftige Röther-Filialleiterin Gabriele Gaied mit ihren Vermiet
Hier werden schon bald Kleidungsstücke statt Möbel verkauft. Die künftige Röther-Filialleiterin Gabriele Gaied mit ihren Vermieter, dem Möbelhaus-Chef Michael Mahler. (Foto: Alexander Kaya)
Schwäbische Zeitung
Oliver Helmstädter

Die Wandlung des Möbelhauses Mahler in Neu-Ulm zum Einkaufszentrum vollzieht sich in mehreren Etappen: Den Anfang macht bereits am Donnerstag, 22. März, der Modepark Röther. Mit knapp 8000 Quadratmetern Verkaufsfläche wird der familiengeführte Filialist sogar noch größer als die vor zwei Jahren in Senden geschlossene Filiale. Zwei Stockwerke besetzt das 1972 gegründete Unternehmen innerhalb des Mahler-Möbelhauses.

Im Sommer entsteht zwischen Modepark und Möbelhaus ein Radgeschäft. Nicht, wie zuerst vermeldet, Radlbaur, sondern der Fahrradfilialist BOC wird dort seine Zelte aufschlagen. Wie Geschäftsführer Michael Mahler erläutert, entwickle der Standort ungeahnte Begehrlichkeiten. Und so habe es sich Mahler leisten können, Radlbaur aufgrund anderer Vorstellungen der Gestaltung des Eingangsbereichs abzulehnen und dem größeren Mitbewerber BOC die Zusage zu geben. Das vorläufig letzte Teil des Einkaufsmosaiks wird der Lebensmittelhändler Edeka sein, der im Herbst auf den ehemaligen Handelshof-Flächen seine Zelte aufschlägt.

Michael Mahler sieht die Zukunft seines Möbelhauses in einem ähnlichen Kontext wie vor Jahren das Mutschler-Center: Unterschiedlichste Läden, die mehrere Zielgruppen ansprechen. „Vielleicht war es am Anfang etwas zu groß dimensioniert“, sagt Mahler. Zehn Millionen Euro investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben in den Umbau. Grundsätzlich laufe das Geschäft gut: „Wir sind sehr gut unterwegs“, sagt Mahler. Probleme mit Mitarbeitern will er nicht leugnen. Eine verkleinerte Verkaufsfläche bedeute zudem weniger Personal. Wenngleich Michael Mahler stetig auf der Suche sei. „Es ist schwer, gutes Personal zu bekommen.“ Statt wie zu Gründungszeiten über 400 würden derzeit noch 350 Menschen bei Mahler arbeiten. Mahler ist überzeugt, dass durch eine verkleinerte Fläche (8000 Quadratmeter werden an Röther vermietet, 4000 an BOC) übersichtlicher werde.

Ein bekanntes Gesicht wird den Modepark Röther leiten: Gabriele Gaied führte siebeneinhalb Jahre die Filiale in Senden. Wie Gaied betonte, waren es nicht Umsatzprobleme, die zum Aus der Niederlassung in Senden führten, sondern vielmehr ein groß angelegter Umbau, der zu höheren Mieten und verkleinerten Ladengeschäften führte. Gaied ist überzeugt, an den Erfolg in Senden anschließen zu können. Allein die 30 000 Inhaber der Sendener Kundenkarte seien ein Pfund.

Der Haupteingang zum Modepark ist noch eine Baustelle. Gerüste und Planen lassen wenig von der Treppe erkennen, die durch den verhängten gläsernen Eingang führt. Im Inneren lässt sich das Thema Mode hingegen bereits erahnen: Der Vinyl–Boden in der Optik gebleichten Holzes ist verlegt, die Schaufensterpuppen sind zwar noch nackt, doch ihre Klamotten in Sichtweite: Fein säuberlich nach Herstellern getrennt, warten 150 000 Teile, aus ihren Kartons befreit zu werden. 300 Kräfte werden bis zum Vorabend der Eröffnung wohl kaum ohne Überstunden auskommen, um die zahlreichen „Shop in Shop“ aufzubauen. Wie Gaied berichtet, werde in der neuen Filiale konsequent auf dieses Prinzip optisch voneinander abgegrenzter Marken-Bereiche gesetzt, um dem Kunden auf einer Fläche, größer als ein Fußballplatz, Orientierung zu geben.

Den Standort direkt im Möbelhaus bewertet die Filialleiterin als „sehr gut“. Die Nähe zur Glacis-Galerie sei nicht schädlich. Der Neu-Ulmer Einkaufstempel würde eher eine jüngere Zielgruppe ansprechen, Röther hingegen die ganze Familie. Damit die Kleinen die Großen in Ruhe Geld ausgeben lassen, sei in der neuen Filiale mit bis zu 50 Beschäftigten ein Kinderkino geplant.

Winterzauber soll fortgeführt werden

Pläne hat Michael Mahler auch für sein Möbelhaus, das ihm am Herzen liege. Im derzeit nicht genutzten „Café Mahler“ am Eingang könnte ein italienisches Restaurant einziehen. Allerdings möchte Mahler auch am jährlichen Winterzauber festhalten. Und so gebe es noch Abstimmungsbedarf unter den Betreibern. „Wie eine Piazza“ stellt sich Mahler den Eingang im Idealfall vor. Weitere Mietpartner im Erdgeschoss seien durchaus vorstellbar. Edeka wird im Herbst auf eine Verkaufsfläche von 5000 Quadratmetern eröffnen.

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