Hasenpest im Landkreis Neu-Ulm nachgewiesen – das ist jetzt zu beachten

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Ein Hase auf einer Wiese
In einem Revier in Oberfahlheim (Landkreis Neu-Ulm) ist ein Fall von Hasenpest aufgetreten. (Foto: dpa / Jens Büttner)
Schwäbische Zeitung

In einem Revier in Oberfahlheim (Landkreis Neu-Ulm) ist ein Fall von Hasenpest aufgetreten. Das ergab eine Untersuchung eines toten Tieres, das an das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit gesendet worden war.

Der Hase stammte nach Angaben des Neu-Ulmer Landratsamtes aus dem selben Revier, in dem bereits im vergangenen Jahr ein Fall von Hasenpest nachgewiesen wurde.

Bei der Hasenpest, auch Tularämie genannt, handelt es sich um eine meldepflichtige Erkrankung. Das für die Erkrankung verantwortliche Bakterium (Francisella tularensis) ist insbesondere bei niedrigen Außentemperaturen sehr widerstandsfähig.

Klinisch zeigen infizierte Hasen typischerweise keine Flucht- oder Ausweichbewegung mehr. Auffällig ist zudem eine erhöhte Atemfrequenz des Tieres. Betroffen sind vorwiegend Nagetiere wie Hasen oder Kaninchen, aber auch andere Wild- und Haustiere können daran erkranken.

Mensch kann sich infizieren

Auch der Mensch kann sich mit der Hasenpest, der sogenannten Zoonose, infizieren. Jedoch handelt es sich beim Menschen um eine eher seltene Erkrankung.

Die Ansteckung von Menschen oder Haustieren erfolgt hauptsächlich über Haut- und Schleimhautkontakt mit infektiösem Material, wie beispielsweise den Verzehr von nicht ausreichend erhitztem, kontaminiertem Fleisch.

Was wurde aus der Hasenpest im Kreis Ravensburg
Wenn sie unbehandelt bleibt, kann die Hasenpest auch für Menschen tödlich sein. Vor Ostern waren im Kreis Ravensburg und im Bodenseekreis mehrere Fälle der Nagetierkrankheit bekannt geworden. Seither gab es jedoch glücklicherweise keine neuen Fälle mehr.

Überdies ist eine Infektion durch die Einatmung von kontaminiertem Staub beim Umgang mit infizierten Tierkörpern möglich. Diese Infektionsquelle ist insbesondere für Jäger beim Umgang mit toten Tierkörpern und für Spaziergänger beim direkten Kontakt mit infizierten Feldhasen von besonderer Bedeutung.

Beim Menschen sind im Falle einer Erkrankung die Krankheitserscheinungen unspezifisch. Häufig treten grippeähnliche Symptome mit Kopf- und Gliederschmerzen nach drei bis fünf Tagen auf. Die Krankheit ist – rechtzeitig erkannt – gut therapierbar. Ein Impfstoff steht in Deutschland derzeit nicht zur Verfügung.

Empfohlene Vorsichtsmaßnahmen

Das Ansteckungsrisiko für den Menschen ist bei Einhaltung entsprechender Vorsichtmaßnahmen sehr gering. Das Veterinäramt empfiehlt, Fleisch von Feldhasen nur zu verzehren, wenn es vollständig durcherhitzt wurde. Außerdem soll jeder Kontakt mit tot aufgefunden Hasen oder sonstigen Wildtieren unterlassen und der zuständige Jäger benachrichtigt werden.

Hinsichtlich des Infektionsrisikos für Haustiere ist es wichtig, den Kontakt der eigenen Tiere zu möglichen infizierten Tieren zu unterbinden. Hier empfiehlt sich zum Beispiel ein konsequentes Anleinen von Hunden beim Spazierengehen.

Warnung – Hasenpest in der Region
Im Kreis Ravensburg und im Bodenseekreis sind Fälle von Hasenpest aufgetreten. Die Krankheit tritt hauptsächlich bei Feldhasen und Wildkaninchen auf. Aber nicht nur, denn auch unsere Haustiere und sogar wir selbst sind gefährdet
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