Grüne wählen 29-Jährigen zum Bundestagskandidaten

Marcel Emmerich
Marcel Emmerich (Foto: Grüne)
Schwäbische Zeitung

Marcel Emmerich ist am Samstag in einer hybriden Versammlung mit 96 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Grünen zum Bundestagskandidat im Wahlkreis Ulm/Alb-Donau-Kreis gewählt worden. Das teilt der Kreisverband mit. 88 Personen stimmten für den 29-jährigen Vorsitzenden des Grünen- Kreisverbandes Ulm. Es gab vier Enthaltungen und vier Gegenstimmen. Es gab keine Gegenkandidatur. Aufgrund der Corona-Pandemie war nur ein kleiner Teil der Mitglieder – coronakonform – in der Donauhalle vor Ort. Die meisten Mitglieder stimmten im Laufe des Samstagnachmittags per Urnenwahl ab.

Erinnerung an Opfer von Hanau

Zu Beginn seiner Bewerbungsrede erinnerte Marcel Emmerich an den rassistischen Anschlag von Hanau, indem er die Namen der Opfer aufzählte. „Jede und jeder hat das Recht, in Freiheit und Würde zu leben. Wer sich mit der Demokratie anlegt, muss ihre Wehrhaftigkeit zu spüren bekommen. Wir Grünen wenden uns gemeinsam gegen Rechtspopulismus, Rassismus und Rechtsextremismus und stehen für Zusammenhalt, Demokratie und Vielfalt“, machte Emmerich deutlich.

Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl möchte Marcel Emmerich in den kommenden Wochen nochmal alles dafür geben, dass Winfried Kretschmann wieder Ministerpräsident wird. Danach könne man kurz durchschnaufen und sich dann in den Bundestagswahlkampf begeben. Für ihn ist es dabei ein wichtiges Thema, welche politischen Schlüsse aus der Corona-Krise gezogen werden. „Wir brauchen einen sozial-ökologischen Wandel und müssen Klimaschutz endlich richtig anpacken“, fordert er. Dafür brauche es mehr erneuerbare Energie, mehr Unterstützung für die ökologische Landwirtschaft und eine Mobilitätswende mit der Regio-S-Bahn für die Region.

„Bin eigentlich Dorfkind“

Emmerich selbst lebt in der Ulmer Stadtmitte, aber die Anliegen aus dem ländlichen Raum sind ihm dennoch nicht fremd. „Eigentlich bin ich ein Dorfkind und weiß, was es heißt, wenn man auf den Busverkehr angewiesen ist, aber am Wochenende nichts fährt“, so Emmerich, der in Neckartenzlingen aufgewachsen ist. Er möchte sich für gleichwertige Lebensverhältnisse in Stadt und Land einsetzen. Dazu gehöre auch der Breitbandausbau für eine schnelle Internetverbindung.

Abschließend machte er klar, dass die Grünen bereit seien, Verantwortung im Bund zu übernehmen. „Es braucht eine Bundesregierung, die die Herausforderungen unserer Zeit mit Mut und Zuversicht anpackt, die das große Ganze im Blick hat. Auf uns Grüne kann man sich verlassen und Ihr könnt Euch auf mich verlassen“, sprach er die Mitglieder an. In der Fragerunde ging es um die Themen Geldwäsche, Flächenversiegelung, Sterbehilfe und Verschwörungsmythen. In der Pause wurde Jürgen Filius für seine langjährige Arbeit als Landtagsabgeordneter gedankt. Er übergibt den Staffelstab als Kandidaten an Michael Joukov-Schwelling im Wahlkreis Ulm und Robert Jungwirth im Wahlkreis Ehingen und wünschte beiden viel Kraft für die letzten drei Wochen des Wahlkampfs.

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Meist gelesen

Impftermin-Ampel: Jetzt mit neuen Termininfos für neue Altersklassen

Mehr holprig als reibungslos läuft seit einigen Wochen die Corona-Impfkampagne in ganz Deutschland. Vornehmlich alte oder pflegebedürftige Menschen werden in den meisten Bundesländern zuerst geimpft.

Doch selbst wer zur aktuellen Zielgruppe gehört, hat es gerade schwer, einen Termin zu bekommen. Regionale Impfzentren haben - wenn überhaupt - nur wenige freie Termine, die schnell vergeben sind. Daneben fällt es schwer zu verstehen, welche Alternativen zum Impfzentrum vor Ort es noch gibt.

Lockdown-Verlängerung mit Lockerung: Das sind die Beschlüsse des Corona-Gipfels

Der Lockdown zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in Deutschland wird angesichts weiter hoher Infektionszahlen grundsätzlich bis zum 28. März verlängert. Allerdings soll es je nach Infektionslage viele Öffnungsmöglichkeiten geben. Das haben Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länder-Ministerpräsidenten am Mittwoch in Berlin in stundenlangen Verhandlungen beschlossen.

Vereinbart wurde eine stufenweise Öffnungsstrategie mit eingebauter Notbremse: Führen einzelne Lockerungen zu einem starken Anstieg der Infektionszahlen in einer ...

Stufenweise aus dem Lockdown: So gehen BaWü und Bayern mit den Beschlüssen um

Bund und Länder wollen in der Coronakrise einen Balanceakt wagen: In vorsichtigen Schritten soll das öffentliche Leben zurückkehren, obwohl die Infektionszahlen zuletzt leicht stiegen. Eine entscheidende Rolle kommt dabei massenhaften Schnelltests zu, bei den Impfungen soll zudem das Tempo deutlich anziehen.

+++ Alle bundesweit geltenden Beschlüsse der Bund-Länder-Beratungen finden Sie hier +++

Was das für Baden-Württemberg bedeutet Baden-Württemberg trägt die Entscheidung der Bund-Länder-Runde für regionale Lockerungen ...

Mehr Themen