Großeinsatz der Polizei wegen Bombendrohung gegen die Sparkasse

Lesedauer: 5 Min
Das Gebiet rund um die Sparkasse in Blaustein ist weiträumig abgesperrt.
Das Gebiet rund um die Sparkasse in Blaustein ist weiträumig abgesperrt. (Foto: Thomas Heckmann)
Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm
Thomas Heckmann

Schwerbewaffnete Polizisten sichern die Straßen ab. Absperrbänder flattern im Wind. Und drinnen in der Sparkassen-Filiale in Blaustein schnüffeln Hunde. Sie suchen etwas Verdächtiges. Eine Bombendrohung hatte die Bank am Freitagmorgen erreicht. Doch die Beamten konnten recht schnell Entwarnung geben.

Es herrschte Aufregung, da es am Freitagvormittag gegen 9.20 Uhr rund um das Sparkassen-Gebäude zu dem größeren Polizeieinsatz kam. Nicht nur die Straßen, auch der Bahnverkehr war während des Einsatzes gesperrt. Doch nach knapp zwei Stunden war der Einsatz vor Ort wieder beendet. Die Beamten rückten ab. Die Suche nach dem Täter lief aber auch am Abend noch.

 Das Gebiet rund um die Sparkasse in Blaustein ist weiträumig abgesperrt.
Das Gebiet rund um die Sparkasse in Blaustein ist weiträumig abgesperrt. (Foto: Heckmann)

Ein Unbekannter hatte in schriftlicher Form damit gedroht, Schaden anrichten zu wollen. Das Schreiben habe die Bank in Blaustein direkt am Morgen erreicht, wie Boris Fazzini, Pressesprecher der Sparkasse Ulm, im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ berichtet. Anschließend seien sofort die Behörden eingeschaltet worden. Nähere Angaben zum Inhalt des Schreibens wollen er und die Polizei „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nicht machen.

So ein Erlebnis wünscht sich keiner.

Boris Fazzini, Pressesprecher der Sparkasse Ulm

Etwa zehn Angestellte befanden sich am Morgen in den Räumlichkeiten. Das Gebäude an der Ecke Ehrensteiner Straße/Hummelstraße musste evakuiert werden, während es die Polizei mit Spürhunden durchsuchte. Ein Polizeihubschrauber beobachtete die Lage von oben.

Früher als die Polizei hatte die Deutsche Bahn den Einsatz über den Kurznachrichtendienst Twitter mitgeteilt. Wegen polizeilicher Ermittlungen sei die Bahnstrecke zwischen Ulm und Herrlingen gesperrt, hieß es dort kurz nach 10 Uhr. Züge aus Richtung Munderkingen und Sigmaringen endeten und begannen demnach in Herrlingen. Einen Schienenersatzverkehr hatte es nicht gegeben. Es kam zu Verspätungen und Zugausfällen, auch noch, nachdem die Polizei gegen kurz nach 11 Uhr Entwarnung gegeben hatte.

„Wir sind froh, dass sich der Verdacht nicht erhärtet hat“, sagt Fazzini: „Das war ein großer Schrecken für alle Beteiligten.“ Aus diesem Grund sei die Geschäftsstelle auch für den restlichen Freitag geschlossen geblieben. „So ein Erlebnis wünscht sich keiner“, sagt der Sparkassen-Pressesprecher.

Bank-Mitarbeiter als psychologischer Ersthelfer

Doch weil Banken bei Kriminellen als potenzielles Ziel gelten – vor allem wegen Raubes, weniger wegen Bombendrohungen –, gebe es bei der Sparkasse Ulm Mitarbeiter, die für psychische Sondersituationen ausgebildet sind, erklärt Fazzini. Sie dienen quasi als psychologischer Ersthelfer und betreuen das betroffene Personal. So auch am Freitag, als Beschäftigte von Ulm nach Blaustein eilten, um die Kollegen zu unterstützen. Gesetzlich nicht vorgeschrieben, meint Fazzini: „Aber aus unserer Sicht sinnvoll.“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen