Griff nach den Sternen

Lesedauer: 4 Min
 Strahlemann David Krämer: Der junge Ulmer ist inzwischen eine feste Stütze seiner Mannschaft, Nationalspieler und wahrscheinlic
Strahlemann David Krämer: Der junge Ulmer ist inzwischen eine feste Stütze seiner Mannschaft, Nationalspieler und wahrscheinlich auch schon auf dem Fokus diverser NBA-Vereine. (Foto: Imago/Eibner)
Pit Meier

Es war Anfang Dezember des vergangenen Jahres, als der Basketballer David Krämer nach seinem ersten und bisher einzigen Länderspiel gegen Estland selbstbewusst und vielleicht ein bisschen nassforsch sein Karriereziel formuliert hat:. „Ich weiß, dass ich eines Tages in der NBA spielen werde“, sagte der seit wenigen Tagen 22 Jahre alte Jungprofi von Ratiopharm Ulm. Am vergangenen Mittwoch in Frankfurt untermauerte Krämer einmal mehr seine Ambitionen mit Leistung und Zahlen. Beim 83:68-Sieg der Ulmer im sportlich unbedeutenden Spiel des Basketball-Eurocups war er mit 15 Punkten bester Werfer seiner Mannschaft und er griff sich sechs Rebounds – so viele wie sonst nur der auf diese Übung spezialisierte Gavin Schilling.

Thorsten Leibenath schwärmt vom jungen Krämer: „Er arbeitet sehr hart, auch über die normalen Trainingseinheiten hinaus, und er ist eine feste Stütze der Mannschaft.“ Den Traum von der NBA gönnt der Ulmer Trainer seinem Schützling: „Das ist natürlich noch ein weiter Weg. Aber ich finde es in Ordnung, dass er sich dieses ehrgeizige Ziel setzt.“ Wahrscheinlich ist Krämer ohnehin längst auf dem Radar diverser Vereine der nordamerikanischen Profiliga, in der die Superstars und Multimillionäre des Basketballs gemacht werden. Zwar noch nicht zum Bundesliga-Heimspiel gegen Bremerhaven am Samstag, 2. Februar, 18 Uhr, aber sehr wohl für die letzte Eurocup-Partie am darauffolgenden Dienstag gegen Lyon haben sich Späher aus der NBA angemeldet.

Die werden sich vermutlich in erster Linie für das erst 18-jährige französische Riesentalent Theo Maledon interessieren. Aber wenn man schon mal da ist, dann kann man ja auch ein bisschen nach DAvid Krämer gucken. Ulms Trainer Leibenath beschreibt die Arbeitsweise der NBA-Späher: „Deren Aufgabe ist es, jeden Spieler zu kennen, der noch keine 25 Jahre alt ist und nach Möglichkeit die anderen auch.“ Bei derartigen Gelegenheiten erkundigen sich die Besucher aus Amerika gerne auch beim Trainer oder Manager vor Ort nach den Objekten ihrer Begierde. Ob er vor oder nach dem Lyon-Spiel auf einen Kaffee auf Kosten eines NBA-Vereins eingeladen wird, das wollte Leibenath dann aber doch noch nicht verraten.

Der Fokus liegt ohnehin zunächst auf dem Bundesliga-Alltag gegen Bremerhaven. Durch die zwei Siege gegen den Mitteldeutschen BC liegen die Ulmer erstmals in dieser Saison auf einem Play-off-Platz, den wollen sie verteidigen und dann darf gegen einen Abstiegskandidaten wie die Eisbären natürlich nichts schiefgehen. Zumal Leibenath davon ausgeht, dass sich die personelle Situation bis zum Samstag entspannt. Per Günther sollte seine Grippe bis dahin auskuriert haben, vorsichtig optimistisch ist der Ulmer Trainer zudem im Fall von Patrick Miller. Für Isaac Fotu könnte dieses Spiel noch zu früh kommen, Katin Reinhardt ist natürlich weiter kein Thema.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen