Griechisch, öffentliches Grün und Graffiti: Das hat das neue VHS-Programm zu bieten

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 Auch die Graffiti, die vor zehn Jahren die Fassade des Einsteinhauses bedeckten, werden wieder thematisiert. Die Aktion damals
Auch die Graffiti, die vor zehn Jahren die Fassade des Einsteinhauses bedeckten, werden wieder thematisiert. Die Aktion damals war umstritten. (Foto: Roland Furthmair)
Stefan Kümmritz

Im Mittelpunkt des Frühjahrs- und Sommersemesters 2020 der Volkshochschule Ulm (Vh) steht die Beschäftigung mit dem Thema „Stadträume, Lebensräume, Freiräume“. Und so ist das neue Programm der Vh auch betitelt. Dieser Themenschwerpunkt findet seinen Raum vor allem im politischen und künstlerischen, aber auch beispielsweise im theologischen Angebot der Bildungseinrichtung.

Insgesamt finden bis September 1780 Kurse und Einzelveranstaltungen statt. Angeboten werden vor allem Sprachkurse (547), kulturelle Kurse inklusive der Kontiki-Veranstaltungen (360) sowie Kurse, die unter dem Oberbegriff Politik angeordnet sind (287) und Kurse zum Thema Gesundheit (235). Dazu kommen unter anderem die Sprachschule, in der sich 140 Schüler auf das Abitur vorbereiten, Kurse für Kinder sowie Kurse für Ältere (Vh mit Muße). Erneut ein sehr umfangreiches Angebot, in das auch die Digitalisierung einfließt. Aber Vh-Leiter Christoph Hantel, der aus dem Münsterland kam und Anfang Mai offiziell sein Einjähriges in Ulm feiert, betonte bei der Vorstellung des Programms: „Die Vh stellt ein gesellschaftliches Bindegewebe dar. Die Leute kommen gerne hierher. Ihnen ist die Gemeinschaft ganz wichtig und sie können hier zusammen lernen.“

Zusammen lernen können sie fast alles. Bei den Sprachen reicht das Angebot von Englisch, Französisch und Spanisch bis hin zu Arabisch, Griechisch, Neuhebräisch, Persisch oder Hindi. Das Angebot umfasst sogar mehrsprachige Kurse, in denen zum Beispiel angereichert durch Rollenspiele Spanisch, Italienisch und Portugiesisch gelehrt werden.

Was den Themenschwerpunkt „Stadträume, Lebensräume, Freiräume“ anbetrifft, weist Fachbereichsleiter Markus Stadtrecher auf die Bedeutung von Artenvielfalt, Grün und Natur in der Stadt hin. Dazu gibt es Veranstaltungen auch zusammen mit der Stadt Langenau (zum Beispiel „Öffentliches Grün – Stadtrundgang“), aus dem Bereich Architektur, Design und Stadtplanung einen stadtübergreifenden Vortrag von Andreas Hofer, betitelt mit „Die IBA’27 gestaltet die Region Stuttgart“. Überdies gibt es Angebote von Vh und BUND Naturschutz sowie von Vh und Uni Ulm. Stadtrecher: „Bei all dem geht es auch um Mobilität. Wir versuchen aufzuarbeiten, wie es in anderen Städten läuft.“

Im politischen Bereich will sich die Vh auf verschiedene Weise China annähern. In Sachen Musik, Literatur, Kultur könnte man eine Filmreihe anführen, die zum Teil in fremden Sprachen vorgeführt wird und natürlich die Eingangsausstellung „Es lebe die Freiheit“, die am 18. Februar mit einer Einführung von Fachbereichsleiter Andreas Lörcher eröffnet wird. Sie beschäftigt sich mit dem Street-Art-Projekt, das vor zehn Jahren die Fassade des Einsteinhauses, das die Vh beherbergt, mit Graffiti bedeckte, die Bezug auf die Graffiti-Aktionen Hans Scholls im Februar 1943 nahmen. Das Street-Art-Projekt war äußerst umstritten, wurde aber schließlich genehmigt. Im theologischen Teil der Veranstaltungen soll laut Hantel der aus dem Fernsehen bekannte Pater Nikodemus Schnabel eine Vorreiterstellung einnehmen.

Neu-im Ulmer Vh-Programm ist die Beschäftigung mit dem Thema „Umwelt und Naturwissenschaft“. Wieder im Angebot ist der Montessori-Diplom-Lehrgang. Weiter geht das „jüngste Kind der Vh“, wie Andreas Lörcher berichtete, das Aicher-Scholl-Kolleg. 2013 wurde das einjährige Orientierungsjahr gestartet, „heute platzen wir aus allen Nähten“, so Lörcher. „Leute kommen aus ganz Deutschland, ja sogar aus dem Ausland.“ Insgesamt 600 Dozenten bringen den Kursteilnehmern Yoga, Fotografie, Alte Musik, Kalligrafie, die syrische Küche, den Grauen Burgunder oder was das Herz sonst begehrt, näher.

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