GNTM-Kandidatin Julia: „Der Job ist natürlich total oberflächlich“

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 Julia aus Illertissen bei Germany’s next Topmodel.
Julia aus Illertissen bei Germany’s next Topmodel. (Foto: ProSieben/Max Montgomery)
Felicitas Macketanz

Julia aus Illertissen nimmt derzeit an der TV-Show „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) mit Heidi Klum teil. Sie ist dort bereits schon ziemlich weit gekommen. Felicitas Macketanz sprach mit ihr über das Modeln, soziale Medien und das perfekte Foto.

SZ: Was ist denn Ihr Geheimnis, um in dieser Branche Fuß fassen zu können und was sollten junge Mädchen und auch Jungen auf gar keinem Fall tun?

Julia: Das Wichtigste ist, dass man sich nicht verstellt und professionell arbeitet, wie eigentlich in jedem anderen Job auch. Es gibt auch Mädchen in der Show, die sich vor der Kamera ganz anders benehmen und ihre gute Laune nur spielen. Während der Show ist das noch gut machbar, aber irgendwann bröckelt die Fassade und dann möchte dich auch kein Kunde buchen. Heutzutage ist es wichtig, echt zu sein.

Wie sind Sie auf das Modeln gekommen? Hat Ihnen jemand gesagt, Sie sollen sich bei Heidi Klums Show anmelden oder war es Ihre eigene Idee?

Ich hatte schon 2014 die Chance mitzumachen, deshalb habe ich es mir öfter überlegt, ob ich mich vielleicht doch bewerbe. Damals habe ich aufgrund meiner Ausbildung abgesagt. Und dieses Mal wegen meines Berufs zugesagt. Die Arbeitsbedingungen im Job als Gesundheits- und Krankenpflegerin haben mich total fertiggemacht und deshalb habe ich meine Chance genutzt und mich beworben.

Hatten Sie nicht Angst, dann in eine Schublade gesteckt zu werden? Denn oft sagt man Models nach, sie seien oberflächlich. Wie sehen Sie das denn?

Nein, ich hatte keine Angst. Der Job ist natürlich total oberflächlich, da braucht man nichts schön reden – das sagt aber nichts über die Person im Alltag aus.

 Julia aus Illertissen bei Germany’s next Topmodel.
Julia aus Illertissen bei Germany’s next Topmodel. (Foto: ProSieben/Max Montgomery)

Und was halten Sie von den Vorwürfen, die Sendung sei kein gutes Vorbild für junge Mädchen, weil oft deren Gewicht thematisiert werde?

Gerade GNTM zeigt jungen Leuten, dass jedes Mädchen die Chance hat zu modeln. Wir haben dieses Jahr sehr viele verschiedene Mädchen.

Sie sind eigentlich Krankenpflegerin, machen zur Zeit also etwas vollkommen Neues. Welcher von beiden Berufen wäre einer, den Sie sich langfristig vorstellen kannst?

Solange ich jung bin und noch keine Kinder habe, möchte ich Modeln und auf Instagram arbeiten. Da aber nicht Model, sondern Gesundheits- und Krankenpflegerin weiterhin mein Traumjob ist, möchte ich natürlich irgendwann wieder zurück in meinen alltäglichen Beruf und ein ganz „normales“ Leben führen.

Apropos Instagram: Auf dieser Social-Media-Plattform sind Sie ja auch sehr aktiv. Wie sieht für Sie das perfekte Instagrambild aus?

Für mich ist es wichtig, dass der Feed einheitlich ist. Also muss auch das Bild zu den restlichen Bildern passen. Ich bin da selber noch am herumexperimentieren und benötige noch Tipps. Was aber nicht fehlen darf, ist eine Kamera, um qualitativ hochwertige Bilder zu machen.

Und wie sieht es mit der Umgebung aus? In Illertissen gibt es ja einige nette Eckchen. Welche sind Ihrer Meinung nach besonders gut für Fotos geeignet?

Ja, in Illertissen gibt es viele schöne Ecken. Ich selber mache öfter am Schloss Bilder. Wichtig für mich ist, dass man selbst neue Orte zum Fotografieren entdeckt und nicht jeder Influencer dort ein Bild gemacht hat.

 Julia aus Illertissen bei Germany’s next Topmodel.
Julia aus Illertissen bei Germany’s next Topmodel. (Foto: ProSieben/Max Montgomery)

Wurdest Sie eigentlich in Illertissen schon erkannt und nach Autogrammen gefragt?

Erkannt wurde ich bereits das ein oder andere Mal, aber mich angesprochen haben nicht viele – ich glaube, die Leute trauen sich nicht.

Wo wir gerade bei Illertissen sind: Mit wem sehen Sie sich denn die GNTM-Folgen an?

Ich schaue mir GNTM mit meinem Freund oder mit meiner Familie an – je nachdem, wo ich gerade bin.

Und dann fliegen Sie ja auch noch um die Welt. Haben Sie sich so das Modelleben vorgestellt? Und was sind die Nachteile davon?

Ich glaube, das echte Modelleben ist um einiges härter, jedoch lernen wir in kurzer Zeit ziemlich viel in dieser Branche. Ein Nachteil ist natürlich, dass ich meine Family und meinen Freund sehr vermisst habe. Ich möchte auch nicht noch mal solange alleine unterwegs sein.

 Julia aus Illertissen kämpft um den Titel „Germany’s Next Topmodel“.
Julia aus Illertissen kämpft um den Titel „Germany’s Next Topmodel“. (Foto: Prosieben / Richard Häber)

Was sind Ihre drei Tipps für ein selbstbewusstes Auftreten?

Schwierige Frage... Ich glaube es gibt keine drei Tipps, entweder ist man selbstbewusst oder eben nicht. Was ich wichtig finde ist: Man sollte anderen Leute direkt in die Augen schauen und nicht beschämt nach unten blicken.

Und Ihre To-Do’s für ein gepflegtes Aussehen?

Ein regelmäßiger Friseurbesuch, Maniküre und Pediküre und gute Gesichts- und Körperpflege. Ich schminke mich privat auch sehr gerne und auffällig – das muss man aber natürlich nicht.

Die letzte Frage: Wie schwierig ist es wirklich, sich unter so viel Konkurrenz durchzusetzen, zumal es heute auch noch viele Influencer gibt, die in dieser Branche tätig sind? Haben Sie einen Plan B?

Ich habe während der gesamten Show nicht einmal an meine Konkurrenz gedacht, denn ich bin einfach glücklich und gönne auch jeder anderen den Sieg. In Sachen Social Media sieht das aber schon ganz anders aus: Dort muss man irgendwie auffallen und ich habe auch schon Ideen, wie es nach der Sendung weitergeht. Mein Plan B? Ach, Krankenschwestern werden immer gesucht (lacht).

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