Gewalt im Gefängnis: Opfer muss erneut operiert werden

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Ein Richterhammer aus Holz
Auf der Richterbank liegt ein Richterhammer aus Holz. (Foto: Uli Deck/Archiv / DPA)
Deutsche Presse-Agentur

Das Opfer von Gewalttaten im Ulmer Strafvollzug im Herbst 2017 leidet nach Gerichtsangaben noch immer an den Folgen schwerer innerer Verletzungen. Der 61 Jahre alte Mann sei vor wenigen Tagen operiert worden und müsse sich demnächst einem weiteren Eingriff unterziehen, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Tresenreiter am Montag bei der Fortsetzung des Strafverfahrens gegen den 19 Jahre alten Angeklagten.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, den 61-Jährigen in der gemeinsamen Zelle der Justizvollzugsanstalt Ulm tagelang gequält zu haben. Dabei habe er dem Mann eine Gabel in den After gerammt. Wegen der dadurch erlittenen inneren Verletzungen habe dem Opfer ein künstlicher Darmausgang gelegt werden müssen. Der Angeklagte hatte die Taten zu Beginn des Prozesses im August gestanden.

Die Rechtsanwältin des Geschädigten machte am Montag zunächst geltend, dass eine am 4. September erfolgte Operation zur Rückverlegung des Darmausgangs nicht erfolgreich gewesen sei und die Leiden des Mannes nun länger dauerten. Nach einem Gespräch mit den Ärzten erklärte der Richter jedoch, ihm sei versichert worden, dass es sich bei der noch anstehenden nächsten Operation zur endgültigen Rückverlegung des Darms um einen Routineeingriff handele.

Der Richter schloss daraufhin die Beweisaufnahme zur Anklage wegen schwerer Vergewaltigung und Körperverletzung ab. Zuvor hatten Mitarbeiter der JVA Ulm als Zeugen gesagt, das Gefängnis sei zum Zeitpunkt der Gewalttaten überbelegt gewesen. Der 61-Jährige sei zu dem wegen früherer Gewalttaten verurteilten 19-Jährigen in die Zelle verlegt worden, weil man sich von dem älteren Mann einen beruhigenden Einfluss auf den jüngeren versprochen habe. Das sei leider schiefgegangen.

Für die Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung schloss der Richter die Öffentlichkeit aus. Die Staatsanwaltschaft forderte nach Angaben des Gerichts eine Haftstrafe von acht Jahren und sechs Monaten nach Erwachsenenstrafrecht. Die Verteidigung plädierte auf nicht mehr als sechs Jahre Haft nach Jugendstrafrecht. Mit der anschließenden Verkündung des Urteils sei noch am Montag zu rechnen, hieß es im Landgericht.

Justizvollzugsanstalten in Baden-Württemberg

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