Gemeinderat wählt 33-Jährigen zum neuen Bibliotheks-Leiter

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Der künftige Leiter der Stadtbibliothek Ulm, Martin Szlatki (links) bei seiner Vorstellung im Ulmer Gemeinderat. Rechts neben ih (Foto: nuz)

Die Ulmer Stadtbibliothek bekommt einen neuen Chef: Der Gemeinderat hat am Mittwochabend den 33 Jahre alten Martin Szlatki zum Nachfolger des bisherigen Bibliotheks-Leiters Jürgen Lange gewählt, der im Frühjahr 2014 mit 63 Jahren in den Ruhestand tritt. Der in Kirchheim/Teck aufgewachsene Szlatki, der seit einem Jahr die Stadtbibliothek im schleswig-holsteinischen Flensburg leitet, setzte sich gegen zwei Konkurrentinnen aus Nürtingen und Leverkusen durch. Für die Stelle gingen bei der Stadt 26 Bewerbungen ein.

Martin Szlatki punktete bei den Stadträten durch eine klar strukturierte und zugleich schnörkellose Vorstellungsrede ohne übertriebene Versprechungen. Die in Gottfried Böhms Glaspyramide hinter dem Rathaus architektonisch erstklassig untergebrachte Stadtbibliothek will er als „Treffpunkt für lebenslanges Lernen“ profilieren.

Hauptzielgruppe für eine Stadtbibliothek sei die Familie, sagte der 33-Jährige. Das Angebots-Spektrum sollte aber breit gefächert sein, von der Sprachförderung für Kleinkinder und Eltern über Bildungspartnerschaften mit Kindergärten und Schulen bis zu interkulturellen Themen für Menschen mit Migrationshintergrund. Zugleich müsse eine Bibliothek auch literarischer Treffpunkt in der Stadt sein, sagte Szlatki weiter. Die Stadtteilbibliotheken will er als „Büchereien vor der Haustür“ stärken und länger öffnen. Auch eine Sonntags-Öffnung der Stadtbibliothek kann sich der neue Leiter künftig vorstellen.

Kritische Fragen der Stadträte, warum er nach nur einem Jahr als Chef der Flensburger Bibliothek bereits wieder wechseln wolle, entkräftete der 33-Jährige mit dem Hinweis auf seine schwäbische Herkunft: „Ich will wieder zurück in meine süddeutsche Heimat, und da bietet sich Ulm als absolute Vorzeige-Bibliothek an“, betonte der Bibliothekar und gelernte Kulturmanager. Ulm sei für ihn eine langfristige Perspektive, „wenn Sie wollen bis zur Pensionierung“, schickte er hinterher.

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