„Geisterradeln“ jetzt erlaubt? Neue Markierungen sorgen für Verwirrung

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 Falsch angebrachte Markierungen sorgen in Neu-Ulm für Verwirrung.
Falsch angebrachte Markierungen sorgen in Neu-Ulm für Verwirrung. (Foto: Thomas Heckmann)
Thomas Heckmann

Die Radfahrer haben oft einen schlechten Ruf, weil sich manche von ihnen nicht so arg für Verkehrsregeln interessieren. Das Geisterradeln, also das Fahren auf dem Gehweg entgegen der vorgeschriebenen Fahrtrichtung, ist dabei ein Hauptkritikpunkt.

Hat die Stadt Neu-Ulm das Problem gelöst oder das Geisterradeln legalisiert? Das lassen zumindest einige neue Radweg-Markierungen im Stadtgebiet vermuten.

Beauftragt war es so sicher nicht.

Sandra Lützel, städtische Pressesprecherin

„Beauftragt war es so sicher nicht“, widerspricht vehement die städtische Pressesprecherin Sandra Lützel, als sie auf die eigenartige Markierung angesprochen wird. Auch ist es keine besondere Aktion im Rahmen des Stadtjubiläums.

Bauhof hatte Fachfirma beauftragt

Der städtische Bauhof hatte eine Fachfirma mit der Erneuerung verblichener roter Radwegmarkierungen beauftragt, damit vor allem an Firmenausfahrten die Autofahrer die Radfahrer nicht übersehen. Dazu gehören dann auch zwei gegenläufige Pfeile, die anzeigen, dass aus beiden Richtungen Radfahrer auf dem Radweg unterwegs sein dürfen.

Markierungen in der Leipheimer Straße in Pfuhl und der Reuttier Straße in Schwaighofen wurden aber so angebracht, dass die Fahrtrichtungen vertauscht sind.

Muss man sich nun daran halten und auf dem Radweg links fahren? „Keinesfalls!“, antwortet deutlich Polizeihauptkommissar Werner Lipp, der Sachbearbeiter Verkehr der Polizeiinspektion Neu-Ulm.

Gemeinsam mit dem Tiefbauamt der Stadt Neu-Ulm kümmert er sich jetzt darum, dass die ausführende Firma ihren Fehler korrigiert und die Pfeile richtig herum anbringt.

Markierungen an fünf Stellen falsch angebracht

Offenbar wurden in den vergangenen Tagen an fünf Stellen die Markierungen falsch angebracht. Lipp kann sich daran erinnern, dass vor einigen Jahren auch schon mal in Nersingen falsche Pfeile aufgetaucht waren.

Fest steht, dass es im aktuellen Fall kein britisches Unternehmen war, dass die Wege im gewohnten Linksverkehr markiert hat. Die Kosten für die Korrektur muss auf jeden Fall die Firma tragen.

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