Gefundenes Skelett: Ermittler haben erste Anhaltspunkte

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Digital-Redakteur Alb-Donau-Kreis/Ulm

Bei dem in einem Silo in Lonsee entdeckten Skelett handelt es sich um eine männliche Person. Das ergab ein vorläufiges Ergebnis der am Freitag gestarteten Obduktion von Ulmer Gerichtsmedizinern, wie Oberstaatsanwalt Stefan Adamski am Montag im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“ mitteilte.

Zudem gebe es laut den ersten Ergebnissen der Obduktion auch keine Anhaltspunkte für eine Gewalttat. Komplett ausgeschlossen werde dies aber noch nicht, so Adamski weiter. „Es ist vieles möglich. Die weiteren Ermittlungen konzentrieren sich nun aber erst einmal auf die Identität des Verstorbenen“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft Ulm. Es werde aber weiterhin ergebnisoffen in alle Richtungen ermittelt.

Der Verstorbene dürfte laut dem vorläufigen Obduktionsergebnis älter als 40 Jahre gewesen und um die 1,80 Meter groß gewesen sein. Die Schuhe, die der Tote trug, haben etwa die Größe 40. Weil diese Arbeitsschuhe Rückschlüsse auf den Toten zulassen könnten, haben die Behörden jetzt ein Bild von den Schuhen des Mannes veröffentlicht.

Dieser Arbeitsschuh der Größe 40 des Toten könnte Rückschlüsse auf ihn zulassen. Die Leiche des Mannes wurde bei Abrissarbeiten
Dieser Arbeitsschuh der Größe 40 des Toten könnte Rückschlüsse auf ihn zulassen. Die Leiche des Mannes wurde bei Abrissarbeiten in einem Silo gefunden. Die Ermittler hoffen auf Hinweise (Telefon: 0731/1880). (Foto: Polizei)

Wie der Mann zu Tode kam, sei bei der Obduktion nicht festzustellen gewesen, heißt es in einer Mitteilung der Polizei. Auch wie lange die Leiche in dem mit Kalksand gefüllten Silo lag, wissen die Ermittler nach eigenen Angaben noch nicht. Jedoch könnte die Leiche tatsächlich auch seit den 80er Jahren in dem Silo gelegen haben, als die Firma geschlossen wurde. 

Die Ermittler hoffen jetzt auf Hinweise aus der Bevölkerung und fragen:

  • Wer kann sich daran erinnern, dass in den vergangenen Jahrzehnten in Lonsee und Umgebung jemand plötzlich verschwand?
  • Wer arbeitete bis zuletzt bei den damaligen Firmen Schotter und Steinbruch Häge und Mahlwerk Häge in Lonsee?
  • Wer kennt Personen, die dort arbeiteten?
  • Wer kann Hinweise auf den Schuh geben, der auf dem Bild zu sehen ist?
  • Wer kann sonst Hinweise geben?

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Ulm unter der Telefonnummer 0731/1880 entgegen.

Kein Vermisster aus der Region

Bereits am Freitag hatte Polizeisprecher Wolfgang Jürgens mitgeteilt, dass es sich bei dem Toten um keinen Vermissten aus der Region handelt. „Jetzt werden alle Vermisstenfälle der vergangenen Jahrzehnte abgeklopft“, erklärt Adamski.

Das Skelett war am vergangenen Donnerstagmorgen bei Abrissarbeiten in einem seit Jahrzehnten stillgelegtem Silo in der Alb-Gemeinde Lonsee entdeckt worden. In dem Silo wurde laut Mitteilung der Polizei Kalksand vom ehemaligen Lonseer Steinbruch gelagert.

Grausiger Fund: Bauarbeiter finden Leichenteile
Es klingt wie aus dem Drehbuch eines Krimis, wie der knifflige Fall eines Fernseh-Kommissars – aber es ist Wirklichkeit: Bei den Abbrucharbeiten eines ehemaligen Steinbruch-Silos in Lonsee im Alb-Donau-Kreis wurde eine Leiche gefunden, genauer gesagt menschliche Knochen, aber auch Kleiderreste. Die Polizei hat die schwierigen Ermittlungen aufgenommen, denn der oder die Tote lag wohl schon Jahrzehnte in dem Gelände.
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