Gebürtiger Ulmer verunglückt beim Bergsteigen tödlich

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ARCHIV - Eine Straße ist am 04.02.2005 bei Ramsau (Berchtesgadener Land) wegen Lawinengefahr mit einem Hinweisschild gesperrt. I
Die Männer sind bei einem Lawinenabgang ums Leben gekommen. (Foto: OLIVER WEIKEN)
Deutsche Presse-Agentur
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Auf einer Klettertour in Neuseeland sind zwei deutsche Bergsteiger durch eine Lawine ums Leben gekommen. Sie stammen aus Ulm und aus Tübingen.

Die beiden Männer wurden am Mittwoch am 3216 Meter hohen Mount Hicks in den neuseeländischen Alpen von Schneemassen erfasst und konnten sich nicht mehr retten. Nach Angaben der Polizei vom Donnerstag waren die beiden 50 und 58 Jahre alten Deutschen keine Touristen, sondern lebten bereits seit mehreren Jahren in dem Pazifikstaat. Die Frau, die die beiden zum Gipfel Mount Hicks geführt hatten, überlebte unverletzt.

Der 58-Jährige stammte aus Ulm, der 50-Jährige aus Tübingen. Ihre Leichen wurden nach Christchurch, der größten Stadt der Südinsel Neuseelands, gebracht.

Lebensrettende Erfindung

Spätzlepresse, Motorsäge und Dübel – Diese drei Sachen haben alle eines gemeinsam: Es sind alles Dinge die Schwaben erfunden haben! Vielleicht reiht sich eines Tages auch der Integrale Lawinen-Atemschutzhelm in die Liste ein. Die drei Tüftler aus dem Kreis Tübingen sind für den Artur Fischer Erfinderpreis nominiert gewesen.

Der gebürtige Ulmer war gelernter Bankkaufmann und machte im Jahr 2000 das Klettern zum Beruf. Sissi Stein-Abel, die von 1980 bis 2004 Sportredakteurin bei der Südwest Presse war und seither in Neuseeland lebt, berichtet im Gespräch mit der „Schwäbischen Zeitung“: „2007 kam er nach Neuseeland und wohnte zunächst in Lake Tekapo, das ist ein Ort am gleichnamigen See im Hochland von Canterbury. Der Mount Cook-Nationalpark, in dem das Unglück geschah, ist nur einen Katzensprung von dort entfernt.“

Der 58-Jährige sei zwischen Europa und Neuseeland gependelt, um die beiden Sommer an den entgegengesetzten Enden der Welt auszunutzen. Stein-Abel: „Im europäischen Sommer führte er Touren in den Alpen, sein Lieblingsberg war der Mont Blanc.“ Der letzte Wohnsitz des Vaters von zwei Söhnen war Perth in Westaustralien, wo er mit seiner Partnerin lebte.

Das Eisklettern an steilen Flanken liebte er ganz besonders,

Sissi Stein-Abel, frühere Sportredakteurin

Stein-Abel berichtet weiter: „Nach eigenen Angaben hat er sämtliche bekannten Berge der neuseeländischen Südalpen erklommen und dort auch Touren geführt. Der Schwabe war auch ein begeisterter Skitourengänger und Kletterer, das Eisklettern an steilen Flanken liebte er ganz besonders.“

Der 50-Jährige lebte nach Stein-Abels Angaben im Ida Valley in der Region Central Otago, südlich des Mount Cook-Nationalparks. Die Journalistin beschreibt: „Das ist eine im Winter extrem kalte und im Sommer extrem heiße, trockene, abweisende und menschenleere Gegend, die von abgeflachten Schieferbergen geprägt ist.“ Laut einem Post auf der Website www.adventureconsultants. com begann der aus Tübingen stammende Mann 2001 im Alter von 33 Jahren mit dem Bergsteigen und wurde 2003 Bergführer.

Lawinen: Tödliche Gefahr in den Alpen

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