„Ganz großartig“: Bischof Fürst dankt den Schwäbische-Lesern für ihre Spenden

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 Aus den Händen von Chefredakteur Hendrik Groth (links) hat Bischof Geb hard Fürst (Mitte) einen Scheck erhalten. Leser hatten 6
Aus den Händen von Chefredakteur Hendrik Groth (links) hat Bischof Geb hard Fürst (Mitte) einen Scheck erhalten. Leser hatten 644 000 Euro gespendet, ein neuer Rekord. (Foto: rau)
Regionalreporter Ulm/Alb-Donau

Bischof Gebhard Fürst dankt den spendenfreudigen Lesern der „Schwäbischen Zeitung“ für ihre Großzügigkeit. Am Freitag hat er aus den Händen von Chefredakteur Hendrik Groth in Ulm einen Scheck empfangen.

644 071 Euro – ein neuer Rekord – sind bei der Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ zusammengekommen. Mit dem Geld unterstützt werden lokale Caritas-Projekte im Verbreitungsgebiet der „Schwäbischen Zeitung“ sowie Flüchtlinge vor Ort im Nordirak. Hier leisten die „Schwäbische“ und ihre Leser seit vier Jahren Hilfe zur Selbsthilfe. Ziel ist es, Fluchtursachen zu bekämpfen, es den dort lebenden Menschen, auch Christen, zu ermöglichen, sich eine eigene Existenz aufzubauen.

Als „ganz großartig“ bezeichnete Fürst die Bereitschaft der Leser zwischen der Ostalb, Friedrichshafen und Tuttlingen, für Menschen zu spenden, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Und das in einer Zeit, in der die Nerven „blank zu liegen“ scheinen.

Hierzulande werden mit rund der Hälfte des gespendeten Geldes 87 lokale Projekte unterstützt, bei denen auch die Caritas im Boot ist. Jedes Projekt erhält 3600 Euro (2018: 3000 Euro). Ein solches wurde Bischof Fürst direkt vor Ort in den Räumen der Ulmer Caritas vorgestellt. Im Fokus: Kinder. Und zwar solche, die durch ihre Fluchterfahrung und Erlebnisse in ihrem Heimatland, viele kommen aus Syrien, schwerst traumatisiert nach Deutschland gekommen sind.

Wie wichtig diese Hilfe ist, erläuterte Andreas Mattenschlager von der Familien- und Lebensberatung der Caritas. So seien 60 Prozent der geflüchteten Kinder in Deutschland traumatisiert, ein Fünftel sogar suizidal gefährdet. Kinder würden auf der Flucht sexuell ausgebeutet. Sexuelle Dienste seien bei Schleppern und anderen Helfershelfern als eine Art „Währung“ akzeptiert.

In Ulm versucht die Caritas, diese jungen Menschen aufzurichten: mithilfe eines breiten therapeutischen Angebots, für das auch Dolmetscher benötigt werden. Im vergangenen Jahr wurden 93 Kinder und ihre Familien unterstützt, 1700 Therapiestunden geleistet. Doch dies kostet Geld, das immer knapp ist – weshalb sich auch Mattenschlager bei den Spendern der „Schwäbischen Zeitung“ sowie deren Chefredakteur bedankte.

Dieser ging auf die im Rahmen von „Helfen bringt Freude“ bereits geleistete Hilfe vor Ort im Nordirak ein. Mehrfach schon bereiste Groth gemeinsam mit dem Koordinator der Spendenaktion von Seiten der „Schwäbischen Zeitung“, Ludger Möllers, das Krisengebiet. Drei Flüchtlingscamps werden von der „Schwäbischen“ unterstützt. Und zum Glück: Vieles habe sich zum Besseren gewandt. Die Kinder und Jugendlichen können mittlerweile auf zwei Fußballplätzen kicken, nun sollen unter anderem zwei Schulbusse und ein Volleyballfeld finanziert werden – den Lesern sei Dank.

Groth war es wichtig zu betonen, dass dadurch wieder Mut, Hoffnung und vor allem Lebensfreude in die Camps eingekehrt seien. Diese sollten im Mittelpunkt des Alltags der Menschen stehen – und nicht das erlebte Leid. Wobei jenes nicht unter den Teppich gekehrt wird, im Gegenteil. So war es schon möglich, durch die Spendengelder die Arbeit von einem halben Dutzend Psychotherapeuten vor Ort zu finanzieren. Dabei soll es aber nicht bleiben. Mit Blick auf „Helfen bringt Freude“ versprach Groth: „Wir machen weiter.“

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