„Fridays for Future“: Schüler demonstrieren 48 Stunden für das Klima

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Christoph Lotter

Die lauten Rufe der Schüler hallen weit über den Ulmer Marktplatz. „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut!“ Rund 70 Jugendliche, aber auch ein paar Erwachsene, trotzen am Freitagnachmittag dem Regen und protestieren für den Klimaschutz.

Es ist der Auftakt einer 48-Stunden-Demonstration des Ulmer Ablegers von Fridays for Future: Nach ein paar wärmenden Worten gibt es noch Äpfel zur Stärkung, dann ziehen die Schüler weiter nach Neu-Ulm und von dort in die Friedrichsau. Hier warten auf die jungen Rebellen zahlreiche Redebeiträge, Konzerte von verschiedenen Bands und Übernachtungsmöglichkeiten in einem großen Zelt.

„Eine super Sache“, sagt Laura und ihre Freundin Ida stimmt mit eifrigem Kopfnicken zu. Die beiden 15-Jährigen sind zum ersten Mal bei einer Demo von Fridays for Future. „Wir wollen auch was für die Umwelt tun, ein Zeichen setzen“, lautet die Antwort auf die Frage nach der Motivation.

 Am Freitag traf sich der Ulmer Ableger von Fridays for Future zum Auftakt einer 48-Stunden-Demo in der Friedrichsau am Ulmer Ma
Am Freitag traf sich der Ulmer Ableger von Fridays for Future zum Auftakt einer 48-Stunden-Demo in der Friedrichsau am Ulmer Marktplatz zu einer Kundgebung. Von dort zogen rund 70 Schüler und Erwachsene weiter nach Neu-Ulm. (Foto: Christoph Lotter)

Ob die regelmäßigen Demos der internationalen Schüler- und Studentenbewegung allerdings tatsächlich Wirkung zeigt, davon sind die beiden nur bedingt überzeugt: „Es ist natürlich gut, dass es sowas gibt. Aber die Frage ist, ob die Politiker auf uns hören – dafür müssten es wohl noch deutlich mehr Menschen sein“, sagt Ida.

Die beiden werden nach dem Zwischenstopp am Petrusplatz in Neu-Ulm allerdings die Segel werfen. „Unsere Eltern...“, sagt Ida und bricht ab.

Etwas länger wollen Henri, 16, und Luca, 15, durchhalten. Die beiden sind schon zum zweiten Mal auf einer der Freitagsdemos, weil auch sie etwas für den Klimaschutz tun wollen. Henri: „Die Erwachsenen nehmen das Thema leider oft nicht ernst und wir müssen das später dann ausbaden.“

Eine die den Klimawandel durchaus ernst nimmt, ist Elisabeth. Die 61-Jährige hat sich auf dem Weg nach Neu-Ulm unter die jungen Leute gemischt: „Das ist schon recht so, eine gute Sache. Endlich lassen sich die jungen Leute nicht mehr wortlos alles bieten.“

Demonstranten im Regen
Am Freitag traf sich der Ulmer Ableger von Fridays for Future zum Auftakt einer 48-Stunden-Demo in der Friedrichsau am Ulmer Marktplatz zu einer Kundgebung. Von dort zogen rund 70 Schüler und Erwachsene weiter nach Neu-Ulm. (Foto: Christoph Lotter)

Die groß angelegte Demonstration in der Friedrichsau dauert noch das ganze Wochenende. Am Samstag haben die Veranstalter nach einem gemeinsamen Frühstück eine Aufräum-Aktion geplant. Nach dem Mittagessen folgt eine zweite Demonstration mit identischer Marschroute wie am Freitag. Die Auftaktkundgebung um 14 Uhr sowie der Demozug beginnen erneut am Ulmer Marktplatz und enden in der Friedrichsau. Im Liederkranz gibt es dann wieder diverse Bandkonzerte. Der Sonntag beginnt mit Yoga, die Abschlusskundgebung ist für 13 Uhr geplant.

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