Fasnet: Vier Stunden springen Narren durch Ulm

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Fast vier Stunden lang zogen gestern insgesamt 7500 Hästräger beim Narrensprung durch die Ulmer Gassen und Straßen.
Fast vier Stunden lang zogen gestern insgesamt 7500 Hästräger beim Narrensprung durch die Ulmer Gassen und Straßen. (Foto: Martina Dach)

Bei frühlingshaft-milden Temperaturen um die 14 Grad, blauem Himmel und viel Sonne hat Ulm gestern einen Narrensprung wie aus dem Bilderbuch erlebt. Mit 139 Masken- und Musikgruppen und 7500 Teilnehmern war es zugleich der bislang größte und längste närrische Umzug, der sich durch die Ulmer Straßen und Gassen bewegte. Nicht alle der rund 30 000 Zuschauer hielten indes bis zum Ende des vierstündigen Spektakels durch.

Das protestantisch geprägte Ulm gilt nicht gerade als Hochburg der schwäbisch-alemannischen Fasnet. Doch was den jährlichen Narrensprung angeht, können die Ulmer inzwischen mit mancher närrischen Traditionsstadt mithalten. Mit 139 teilnehmenden Zünften und Musikgruppen hat der von der Ulmer Narrenzunft organisierte Umzug jedoch allmählich die Grenzen des Wachstums erreicht und vielleicht sogar schon überschritten.

Manche Väter und Mütter, die gestern mit ihren Sprösslingen am Straßenrand den närrischen Lindwurm vom Zeughausgelände bis zum Münsterplatz verfolgten, mussten vorzeitig kapitulieren, weil Kinder erfahrungsgemäß keine vier Stunden stehend durchhalten. „Nach zwei Stunden ist es mit den Kids vorbei“, gab ein entnervter Vater vorzeitig auf – zu diesem Zeitpunkt war gerade einmal die Hälfte der Hästräger und Musikanten vorbeigezogen.

Bereits um 13 Uhr hatte sich der Zug vor dem Zeughaus in Bewegung gesetzt, erst kurz vor 17 Uhr bildeten die Maskenträger der Ulmer Narrenzunft den Schlusspunkt. Dazwischen gab es das ganze Spektrum schwäbisch-alemannischer Straßenfasnet zu sehen und zu hören. Die Zünfte kamen aus der näheren Umgebung Ulms, aber auch vom Bodensee, aus dem Schwarzwald und von der Ostalb. Von Kornwestheim bis Konstanz, von St. Georgen bis Oberkochen waren Hästräger sowie Fanfarenzüge, Musikkapellen und Guggenmusiken an die Donau gereist.

So hallten gestern die unterschiedlichsten Narren-Rufe durch die Straßen und Gassen der Münsterstadt – vom klassischen „Horig, horig, horig ischt dia Katz“ der Narrenzunft Gammertingen über das eher derbe „Kraut Scheißer“ der gleichnamigen Narrenzunft aus Unterhausen bis zum „Zong raus“ der veranstaltenden Ulmer Narrenzunft. Immer dann, wenn sich die Hästräger mit ihren Schellen im Rhythmus der Musik vorwärts bewegten, kam unter den Zuschauern am Straßenrand richtig Stimmung auf.

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