Familienstreit eskaliert: SEK verhaftet Vater

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Mit voller Schutzausrüstung und Waffen schützte die Polizei die Umgebung.
Mit voller Schutzausrüstung und Waffen schützte die Polizei die Umgebung. (Foto: Thomas Heckmann)
Schwäbische Zeitung
Thomas Heckmann

Die zerbrochenen Blumentöpfe im Vorgarten passen so gar nicht zu dem gepflegten Zweifamilienhaus in einer ruhigen Wohngegend. Vermummte Beamte des Sondereinsatzkommando haben am Sonntag zur Kaffeezeit einen 52-jährigen Familienvater gewaltsam aus seiner Wohnung holen müssen.

In der Mittagszeit kam es zu einem familiären Streit, der sich verschärfte und bei dem Mann zu einer psychischen Ausnahmesituation führte. Er verbarrikadierte sich in seiner Wohnung im ersten Obergeschoss.

Voller Schutzausrüstung und automatische Waffen

Nachdem seine Familie das Haus verlassen hatte und die Polizei alarmiert hatte, fuhren gegen halb zwei zahlreiche Polizeistreifen vor und sperrten die Straßen rings um das Wohnhaus ab, denn es konnte nicht ausgeschlossen werden, dass sich in der Wohnung Waffen befinden. Mit voller Schutzausrüstung und automatischen Waffen schützen sie die Umgebung. Zusätzlich wurde ein Sondereinsatzkommando alarmiert, das mit mehreren schweren Fahrzeugen in Senden vofuhr.

Immer wieder öffnen sich Fenster der Wohnung und es werden Gegenstände in den Garten geworfen, neben einem halben Bett inklusive Bettzeug liegen Bücher im Garten. Auf dem Gehweg vor dem Haus landet eine Kaminuhr, die Glassplitter des Uhrglases verteilen sich auf dem Gehweg. Im Garten hinter dem Haus liegen die Trümmer einer Fritteuse. Der Polizei gelingt es immer wieder, Kontakt mit dem Mann aufzunehmen, mal über das Fenster, mal über Telefon.

Wohnung gestürmt

Nachdem die Polizeibeamten keine Besserung der Situation erkennen konnten, entschieden sie sich zur Sicherheit des Mannes und der Umgebung darauf, die Wohnung zu stürmen und den Mann festzusetzen.

Nach einer ersten Untersuchung des alkoholisierten Mannes wurde er in einem Rettungswagen und mit Polizeibegleitung in ein Bezirkskrankenhaus gebracht, um ihm dort professionell helfen zu können. Nach der Festnahme konnten die Spezialkräfte gegen 17 Uhr den Einsatz beenden. Die örtlichen Polizeikräfte durchsuchten anschließend mit der Unterstützung eines Diensthundes die Wohnung, um sicher gehen zu können, dass sich keine gefährlichen Gegenstände mehr dort befinden.

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