Fallschirmspringer verletzt sich bei Landung lebensgefährlich

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Ein Fallschirmspringer beim Landeanflug mit dem Schirm.
Ein Fallschirmspringer beim Landeanflug mit dem Schirm. (Foto: Stefan Kuemmritz)
Jens Carsten

Dramatische Szenen haben sich am Sonntag auf dem Illertisser Flugplatz abgespielt: Ein 29-jähriger Fallschirmspringer aus Baden-Württemberg verlor während des Landesanflugs offenbar die Kontrolle und stürzte schwer. Der Mann wurde über die Landewiese gezogen und schlug mit dem Kopf mehrfach auf den Boden auf. Obwohl er einen Helm trug, zog er sich lebensgefährliche Verletzungen zu.

Kurz darauf kam es laut Polizei zu einem weiteren Zwischenfall, als ein 63-jähriger Springer aus einer Höhe von etwa fünf Meter zu Boden stürzte und sich leicht verletzte. Der Schirm sei „zusammengeklappt“, hieß es dazu.

Wie es dazu kam, ist noch unklar

Nach den beiden Vorkommnissen wurde der Fallschirmsprungbetrieb am Sonntagnachmittag eingestellt. Wie genau es zu den Unfällen kam, ist noch nicht klar, sagte Ralf Kümmerle, der Sprecher der Illertisser Polizei, am Montag auf Anfrage. Die Ermittlungen dauerten an.

Bisher sei bekannt, dass es sich bei dem 29-Jährigen um einen erfahrenen Fallschirmspringer handelt. Der Sturz habe sich gegen 13.10 Uhr aufgrund eines „ungeklärten Manövers“ ereignet. Nichts deute auf ein Fremdverschulden hin, andere Springer seien nicht in der Nähe gewesen. Der Mann habe die erforderlichen Lizenzen und Nachweise besessen, um eigenständig Fallschirmsprünge unternehmen zu dürfen, so Kümmerle.

Mehrere Zeugen hätten den Sturz beobachtet. Der 29-Jährige wurde mit einem Rettungshubschrauber in eine Ulmer Klinik gebracht und dort operiert. Zum aktuellen Gesundheitszustand des verunglückten Sportlers hatte die Polizei gestern keine Informationen. Ihm gehe es „den Umständen entsprechend“ war vom Fallschirmsprungverein Paranodon zu erfahren.

Gegen 14.50 Uhr kam es am Sonntag zu einem weiteren Unfall auf dem Sportflugplatz – glücklicherweise weit weniger schlimm: Ein 63-Jähriger fiel aus etwa fünf Metern zu Boden und zog sich Prellungen und Verstauchungen an den Beinen zu. Warum der Schirm nachgab, sei unklar, so Kümmerle. Der Mann, ebenfalls ein erfahrener Fallschirmspringer, habe angegeben, so etwas noch nie erlebt zu haben.

150 und 300 Absprünge an sonnigen Sonntagen

Bei gutem Wetter herrscht auuf dem Illertisser Flugplatz Luftsportplatz Hochbetrieb: Zwischen 150 und 300 Absprünge seien es an sonnigen Sonntagen, sagte Robert Trögele vom Verein Paranodon. Auch wenn der Sport statistisch gesehen nicht besonders gefährlich sei: „Ein gewisses Risiko kann man nicht ausschließen.“ Es hätten am Sonntag keine außergewöhnlichen Bedingungen geherrscht. Die Sportler hofften, dass es dem Verunglückten bald besser geht.

Der Sprungbetrieb sei nach den Vorkommnissen vorsorglich eingestellt worden, so Trögele: „Es gibt einfach Tage, da sagt man sich ,Jetzt reicht’s’.“

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