Fürst Albert von Monaco empfängt Ulmer Kühl-Experten

Lesedauer: 4 Min

Gabriele Renner (links) und Sabine Stein (rechts) mit Felix Finkbeiner (2.v.li.) bei der „Plant for the Planet“-Veranstaltung i
Gabriele Renner (links) und Sabine Stein (rechts) mit Felix Finkbeiner (2.v.li.) bei der „Plant for the Planet“-Veranstaltung in Monaco. (Foto: Maximilian Stein)
Schwäbische Zeitung
Oliver Helmstädter

Auch wenn die Ulmer Firma Marktführer in Europa ist: Wer Kühltextilien herstellt, sonnt sich selten im Licht der Öffentlichkeit. Am vergangenen Wochenende war das anders. Gabriele Renner und Sabine Stein, Inhaberinnen des Unternehmens Pervormance International, wurden im Fürstentum Monaco von Albert II. empfangen. Der Fürst des Zwergstaates an der französischen Mittelmeerküste ist Schirmherr der Umweltorganisation „Plant for the Planet“.

„Wir sind bereits seit 2013 das weltweit erste klimaneutrale Textilunternehmen und haben in Monaco unseren Beitrag in Höhe von 246 920 Kilogramm CO2 pro Jahr umgerechnet in Bäume für die „Trillion Trees Kampagne“ der „Plant for the Planet“-Organisation an Fürst Albert von Monaco, dem Patron der Organisation, überreicht“, berichtet Gabriele Renner.

Das Ulmer Unternehmen entwickelt, produziert und verkauft weltweit Funktionskleidung zur Kühlung für den medizinischen Bereich, aber auch zum Schutz von Arbeitern an heißen Produktionsstätten, bei Feuerwehren oder für alle Menschen, die bei hohen Temperaturen im Freien arbeiten, ihre Freizeit verbringen oder Sport treiben. Bislang verkaufte das Unternehmen bereits über 100 00 Kühlfunktionstextilien der eigenen Marke E-Cooline. In Ulm beschäftigt das schlanke Unternehmen zehn Menschen rund um die „Klimaanlagen zum Anziehen“.

„Wir haben viel ausgelagert“, sagt Renner. Die Logistik etwa, übernehme die Ulmer Firma Seifert. Forschung und Entwicklung würden teilweise mit eigenem Personal gemacht, doch auch viel in Zusammenarbeit mit Forschungsinstituten. Dass die Ulmer so schnell Marktführer auf dem Kontinent wurden, hat einen einfachen Grund: „Wir haben einen komplett neuen Markt eröffnet.“ Erst langsam werde außerhalb auf der Hand liegender Anwendungen wie bei der Feuerwehr oder in der Schwerindustrie der Wert von kühlenden Textilien erkannt.

Viele Spitzenathleten des Deutschen Leichtathletik Verbands (DLV), etwa die Zehnkämpfer, würden an Hitzetagen auf Leistungssteigerung per Kühlung durch Ulmer Hightech-Textilien setzen. Die Kühltextilien würden den Körper auf der Oberfläche bis zu acht Grad kühlen und damit den Aufwand der körpereigenen Thermoregulation reduzieren.

Das Chefduo der Firma, Gabriele Renner und Sabine Stein, sind in der Ulmer Geschäftswelt keine Unbekannten: Das Ulmer Pharma-Dienstleistungsunternehmen Marvecs haben sie mitgegründet und zu einer Firma mit 300 Mitarbeitern aufgebaut. Doch schon immer schauten die Zwei über den Tellerrand von Bilanzen und Strategien hinaus. Die „Zukunft unserer Kinder nachhaltig sichern“ liege Renner und Stein am Herzen. Die in Ulm entwickelten Kühlfunktionstextilien würden deswegen ausschließlich umweltfreundlich in Deutschland und Europa produziert. Die Kontrolle über die Produktionsbedingungen, so Renner, werde die Firma nie abgeben. Das Unternehmen hat sich außerdem 2013 dem Global Compact der Vereinten Nationen und dem Programm „Women‘s Empowerment“ angeschlossen, um die Rechte von Frauen in der Welt zu stärken.

Die Ideen gehen den Ulmern auch in Sachen Produktentwicklung nicht aus: Kühlwesten für Hunde und Kühldecken für Pferde sind in der Entwicklung.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen