Fünf Schwerverletzte nach Unfall auf A8 – Polizei geht gegen Gaffer vor

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Auf der A8 auf Höhe Tomerdingen ist ein schwerer Unfall mit mehreren Fahrzeugen passiert.
Auf der A8 auf Höhe Tomerdingen ist ein schwerer Unfall mit mehreren Fahrzeugen passiert. (Foto: Thomas Heckmann)
Schwäbische Zeitung

Auf der A8 in Fahrtrichtung München ist auf Höhe von Tomerdingen am Mittwochnachmittag ein schwerer Verkehrsunfall mit sechs beteiligten Fahrzeugen passiert. Fünf Menschen wurden nach Angaben der Polizei schwer verletzt, zwei davon sogar lebensgefährlich. 

Der Unfall ereignete sich gegen 15.20 Uhr in Fahrtrichtung München rund vier Kilometer vor der A8-Anschlussstelle Ulm-West, kurz vor der Baustelle. Am Unfall beteiligt waren drei LKW, zwei Kleintransporter sowie ein PKW. 

Der 57-jährige Fahrer eines LKW bemerkte das Stauende zu spät. Grund für den Stau war die Baustelle. Der Sattelzug krachte zuerst von hinten auf einen PKW. Dieser wurde nach dem Aufprall über alle drei Fahrstreifen weggeschleudert und krachte gegen die Betonleitplanke. Die Insassen des PKW, ein Ehepaar im Alter von 31 und 26 Jahren, wurden lebensgefährlich verletzt. 

Im weiteren Verlauf prallte der Sattelzug gegen den Kleintransporter eines 25-Jährigen. Dieses Fahrzeug landete im Straßengraben und der Fahrer kam schwerverletzt in eine Ulmer Klinik. Anschließend schob der Unfallverursacher noch einen weiteren Kleintransporter auf einen davor stehenden Sattelzug auf, bevor er schließlich zum Stehen kam.

Der 37-jährige Fahrer des zweiten Kleintransporters wurde in seinem Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Die Feuerwehrleute brauchten für die schonende Rettung des Schwerverletzten eine gute Stunde. Auch er und der Unfallverursacher wurden schwer verletzt in ein Krankenhaus gebracht. 

Großaufgebot am Einsatzort

Die Einsatzkräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort: sechs Notärzte, mehrere Rettungswagen, die Feuerwehren aus Ulm sowie Dornstadt und ein Rettungshubschrauber. 

Die Autobahn war bis zum späten Abend voll gesperrt. An der A8-Anschlussstelle Merklingen wurde der Verkehr ausgeleitet. Es bildete sich ein 25 Kilometer langer Stau bis nach Mühlhausen/Gruibingen.

Die Bergung der beschädigten LKW gestaltete sich nach Polizeiangaben schwierig. Auf den Ausweichstrecken kam es zu erheblichen Behinderungen.

Polizei filmt Gaffer

Am Einsatzort wurde auch eine Sichtschutzwand errichtet, weil Gaffer Handyfotos von der Unfallstelle machten. Die Polizei filmte die Schaulustigen. Diese müssen jetzt mit Anzeigen rechnen. Bei dem Unfall entstand ein Gesamtschaden in Höhe von zirka 143.000 Euro.

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