Evakuierung am Freitag: Erneut 500-Kilo-Bombe in Neu-Ulm gefunden

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Der Fundort der Fliegerbombe, die vor gut drei Wochen in Neu-Ulm entschärft wurde: In der Nähe auf dem Gelände der Baustelle Sü
Der Fundort der Fliegerbombe, die vor gut drei Wochen in Neu-Ulm entschärft wurde: In der Nähe auf dem Gelände der Baustelle Südstadtbogen wurde jetzt erneut ein Sprengkörper entdeckt. (Foto: Thomas Heckmann)
Chefreporter Ulm und Alb-Donau

Zum dritten Mal innerhalb weniger Wochen ist am Dienstag in Neu-Ulm ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Der Sprengkörper befindet sich wie schon bei den zwei Entschärfungen zuvor auf dem Gelände der Baustelle Südstadtbogen an der Von-Hünefeld-Straße. Über das weitere Vorgehen informierten Stadtverwaltung, Polizei, Feuerwehr und BRK bei einer Pressekonferenz. 

++ Das war die Pressekonferenz im Live-Stream ++

Wie die „Schwäbischen Zeitung“ schon vorab berichtete, findet die Evakuierung mit anschließender Entschärfung am Freitag, 13. April, in einem Radius von 500 Meter rund um den Fundort der Bombe statt. 

Bombe ist gesichert

Wie schon beim vergangenen Bombenfund handelt es sich wieder um eine Zehn-Zenter-Bombe aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Blindgänger mit zwei mechanischen Aufschlagzündern wurde durch den Kampfmittelräumdienst bereits gesichert.

Beginn der Evakuierung ist am Freitag gegen 8 Uhr. Bereits ab 7 Uhr werden alle Straßen, die sich in der Sicherheitszone befinden, für die Dauer der Entschärfung für den Verkehr gesperrt. Die Busse fahren ab 7.30 Uhr nicht mehr durch die Sicherheitszone. Sie werden umgeleitet.

Züge halten ab 7.30 Uhr nicht mehr

Die Züge der deutschen Bahn halten ab 7.30 Uhr nicht mehr am Neu-Ulmer Hauptbahnhof, sondern fahren direkt weiter in Richtung Ulm. Die Bürger, die innerhalb des Sicherheitsbereiches wohnen, müssen ab 8 Uhr ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Die Geschäfte und Firmen im Schutzbereich können ebenfalls nicht angefahren werden.

Mitarbeiter der Polizei der Feuerwehr und des Roten Kreuzes werden von Haus zu Haus gehen und die Bevölkerung auffordern, ihre Häuser zu verlassen. Bewohnern, die für die Zeit der Entschärfung nicht bei Verwandten, Freunden oder Bekannten unterkommen können, stellt die Stadt Aufenthaltsmöglichkeiten in der Turnhalle der Weststadtschule zur Verfügung. Menschen mit eingeschränkter Mobilität werden in einem noch festzulegen Standort in Ulm untergebracht.

Evakuierung soll bis zu sieben Stunden dauern

Die Stadt Neu-Ulm rechnet damit, dass die Evakuierung etwa sechs bis sieben Stunden in Anspruch nehmen wird. Dann wird die Bombe entschärft. Dies werde etwa eine Stunde dauern. 

Bahnreisende müssen sich darauf einstellen, dass am frühen Freitagnachmittag der Bahnverkehr zwischen Ulm und Augsburg komplett eingestellt wird. Sie werden gebeten, sich bei der Bahn oder im Internet zu informieren.

 

Dritter Bombenfund in kurzer Zeit

Es handelt sich um den dritten Bombenfund in kurzer Zeit. Eine 500-Kilo-Bombe war Mitte März bei Bauarbeiten auf dem gleichen Gelände entdeckt worden. Dort war Anfang März bereits eine kleinere US-amerikanische Bombe von 75 Kilo entschärft worden.

Am ersten Weihnachtstag 2016 mussten in Augsburg bei der bis dahin größten Evakuierungsaktion in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg rund 54 000 Menschen ihre Wohnungen verlassen. In Frankfurt am Main waren dann im September 2017 rund 70 000 Menschen von einer Evakuierung wegen eines Blindgängers betroffen.

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